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02.02.2001

08:31 Uhr

Salzstock ungeeignet

Grünen-Politikerin Roth plädiert für Blockaden in Gorleben

Die designierte Grünen-Vorsitzende spricht sich für gewaltfreie Blockaden des geplanten Atommüll-Endlagers Gorleben aus.

ddp KÖLN. Die designierte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth spricht sich für gewaltfreie Blockaden des geplanten Atommüll-Endlagers Gorleben aus. Der ehemalige Salzstock in Niedersachsen sei als Endlager ungeeignet, sagte Roth am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Die Anwohner protestierten seit Jahren zu Recht gegen die Einlagerung abgebrannter Brennstäbe in dem unterirdischen Stollen. Im Übrigen seien friedliche Blockaden als Protestmittel vom Bundesverfassungsgericht erlaubt worden. Auch ließen sich die Grünen nicht von Unions-Politikern wie Angela Merkel und Friedrich Merz vorschreiben, welche Protestformen sie wählen.



Roth plädiert auch für friedliche Demonstrationen gegen die Castor-Transporte durch Deutschland. Damit könne «außerparlamentarischer Druck» auf die Kraftwerksbetreiber ausgeübt werden. Ihnen müsse signalisiert werden, «dass es allerhöchste Zeit wird, den Atomkonsens zu unterschreiben». Roth ist nach eigenen Worten «sehr dafür, dass demonstriert wird, und zwar kräftig» Die Grünen müssten Teil der Anti-Atom-Bewegung bleiben.



Die Grünen-Politikerin warb zugleich bei ihrer Parteibasis um Verständnis für die ab März geplanten Castor-Transporte aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Deutschland. Die Bundesrepublik habe die «internationale und moralische Verpflichtung», den «illegalen Atommüll» zurückzunehmen. Die Anhäufung des strahlenden Mülls sei eine «Erblast» der alten Bundesregierung, die eine «unverantwortliche Politik» betrieben habe. Sie habe die Atomkraft gefördert, ohne sich Gedanken über die Entsorgung des Mülls zu machen.



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