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05.01.2004

06:00 Uhr

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Same Procedure...

VonThomas Knipp

Die deutsche Wirtschaft zwischen Prognosen und Realität: Wer die aktuelle Situation nüchtern betrachtet, der stellt fest, dass die deutsche Volkswirtschaft mit beträchtlichem Ballast ins neue Jahr startet.

Quelle: Handelsblatt

Neues Jahr, neue Prognosen. Dies ist die Zeit, nach vorn zu blicken und wahrzusagen, wie es wohl werde - das neue Jahr. Die Vorhersagen fallen - wie wir finden - bemerkenswert positiv bis ausgesprochen optimistisch aus. Am unteren Ende des Prognosespektrums bewegen sich dabei die professionellen Auguren, am oberen - wie gehabt - die Bundesregierung.

Wer die aktuelle Situation statt in beschwingter Silvesterlaune nüchtern und mit Realismus betrachtet, der stellt fest, dass die deutsche Volkswirtschaft mit beträchtlichem Ballast ins neue Jahr startet. Da bleibt die Frage, ob die Realität erfüllen kann, was die Prognosen versprechen. Die Chancen stehen nicht überdurchschnittlich gut. Die deutsche Wirtschaft wird auch im Jahr 2004 kaum auf eine nennenswerte Binnennachfrage setzen können. Dies um so mehr, als zuletzt auch noch die Steuerreform zu einem Reförmchen kleinverhandelt wurde. Die Konsequenz: die Bürger, die oftmals immer noch um ihren Arbeitsplatz fürchten, werden die ihnen zufließenden Extra-Euro sparen, nicht konsumieren.

Wenig Hilfe wird in diesem Jahr vom Export zu erwarten sein, denn die Ausfuhren in den Dollar-Raum werden unter der Schwäche des Greenback leiden. Diese Schwäche wird in diesem Jahr voll auf die Gewinne der Exporteure durchschlagen. Die Investitionen in Deutschland werden unter dem von der Politik im Rahmen zahlreicher Wahlkämpfe zur Schau gestellten Hick-Hack leiden. Daher wird die Wirtschaft auch 2004 kaum wachsen - nicht mehr als 0,5 bis 0,75 % jedenfalls. Der Hoffnung folgt die Enttäuschung im Herbst, wenn klar wird, dass es wieder kein Wachstum gibt. Same procedure as last year.

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