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13.01.2003

07:22 Uhr

Sammelklage wegen zu hoher Preise

Microsoft muss Gutscheine verteilen

Im Rahmen eines Vergleichs zahlt der Softwareriese aus Redmond bis zu 1,1 Mrd. Dollar an kalifornische Computernutzer. Auf diesem Weg will Microsoft ein gegen ihn anhängiges Kartellverfahren beilegen.

vwd REDMOND. Dort war eine Sammelklage gegen das Softwareunternehmen eingereicht worden, die Microsoft vorwarf, auf Grund ihrer Monopolstellung zu hohe Preise gefordert zu haben. Wie das "Wall Street Journal" (WSJ/Montagausgabe) berichtet, sieht die Klägerseite das Urteil als einen Präzedenzfall für ähnliche Klagen, die in weiteren 16 Bundesstaaten und im District of Columbia gegen Microsoft anhängig sind.

Die Anwälte von Micorsoft sähen dies jedoch anders, da der Vergleich auf Grund des einzigartigen kalifornischen Kartellrechts zu Stande gekommen sei, berichtet die Zeitung. Der Vergleich, der am Freitag verkündet wurde, sieht laut WSJ vor, dass Käufer von Microsoft-Software, die in Kalifornien zwischen Februar 1995 bis Dezember 2001 genutzt wurde, Gutscheine zwischen fünf und 29 $ erhalten. Damit könnten sowohl Produkte von Microsoft als auch von anderen Herstellern gekauft werden. Sollte die Nachfrage nach Gutscheinen nicht den Betrag von 1,1 Mrd. $ erreichen, so werde Microsoft Zweidrittel des Differenzbetrags an öffentliche Schulen in Kalifornien spenden.

Microsoft wertete den Ausgang des Prozesses als einen "großen Schritt" auf dem Weg, Kartellverfahren beizulegen und die damit verbundenen Risiken zu eliminieren. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eine Rückstellung von 660 Mill. $ für die Risiken derartiger Sammelklagen gebildet. Es sei noch zu früh, um eine Aussage zu treffen, ob diese auf Grund des neuen Urteils erhöht werden müsse, zitiert das WSJ einen Anwalt des Konzerns. Am kommenden Donnerstag, wenn Microsoft ihr Quartalsergebnis vorlegt, werde das Unternehmen mehr zu dieser Thematik sagen.

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