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08.02.2002

20:24 Uhr

SAP und T-Aktie unter Druck

Dax und Nemax schließen im Minus

Nachgebende Kurse an den US-Börsen haben Händlern zufolge den deutschen Aktienmarkt gegen Sitzungsschluss am Freitag belastet. Neben dem weiterhin fehlenden Vertrauen in einen Kursaufschwung habe die nach dem Zusammenbruch des Energiehändlers Enron ausgelöste Vertrauenskrise um die Bilanzierungspraktiken der US-Unternehmen die Stimmung getrübt, sagten Börsianer.

Reuters FRANKFURT. Im Mittelpunkt des Interesses standen angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Zukunft des TV-Kabelnetzes die Aktien der Deutschen Telekom. Im MDax legten die Titel von Pro Sieben Sat.1 nach Spekulationen um einen Verkauf von Anteilen durch die hoch verschuldete Muttergesellschaft Kirch Media kräftig zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 0,55 Prozent schwächer bei 4 835,95 Zählern, nachdem er zuvor bis zu 0,7 Prozent zugelegt hatte. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer rund 5,4 Prozent an Wert eingebüßt. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 sank um 0,38 Prozent auf 1 047,19 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax notierte dagegen zuletzt 0,22 Prozent im Plus bei 4 345,92 Stellen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 der größten europäischen Aktien gab um 0,22 Prozent auf 3 485,43 Zähler nach.

Die T-Aktie verlor zeitweise bis zu 2,65 Prozent. Der US-Konzern Liberty Media berät eigenen Angaben zufolge noch über mögliche Konzessionen an das Bundeskartellamt in der Frage der Übernahme des TV-Kabelnetzes von der Deutschen Telekom. "In diesem Marktumfeld ist das schlecht für die Aktie (der Telekom), die sowieso angeschlagen ist", sagte Aktienstratege Guiseppe Amato von Lang & Schwarz. "Eine Katastrophe wäre das für die Telekom aber nicht." Die Wettbewerbshüter hatten Liberty in einer Abmahnung mitgeteilt, die Transaktion werde in ihrer derzeitigen Form nicht genehmigt. Das Geschäft hätte ein Volumen von 5,5 Milliarden Euro. Die T-Aktie schloss 3,23 Prozent schwächer bei 15 Euro.

Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel von Pro Sieben sprangen in der Spitze um 23 Prozent. "Die (ProSieben) werden jetzt wohl verkauft werden müssen", sagte ein Aktienhändler mit Blick auf die Liquiditätsprobleme der mit rund sechs Milliarden Euro verschuldeten Kirch-Gruppe. Einige Anleger positionierten sich bereits für weiter steigende Kurse. In der Regel wird bei Unternehmensverkäufen ein Aufpreis auf den aktuellen Kurs gezahlt. Am Dienstag hatte es aus Bankenkreisen geheißen, Kirch werde wahrscheinlich keine weiteren Kredite erhalten. Die Titel schlossen 16,28 Prozent fester bei 6,50 Euro.

Im Dax gehörten derweil die Aktien von E.on mit einem Minus von 1,38 Prozent auf 57,80 Euro zu den größten Verlierern. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte den Energieriesen zuvor von ihrer Empfehlungsliste für Privatkunden genommen. Empfohlen wurde stattdessen Schering. Deren Papiere legten um 2,91 Prozent auf 66,40 Euro zu.

An der Spitze der Kursverlierer standen allerdings die Aktien des Softwarekonzerns SAP , die um 3,5 Prozent auf 148,99 Euro nachgaben. Marktteilnehmer konnten allerdings keinen klaren Grund für diese Entwicklung ausmachen.

Gefragt waren die Papiere von BMW , die um 2,05 Prozent auf 40,86 Euro zulegten. Der Autobauer hatte in der Nacht zum Freitag mitgeteilt, den weltweiten Fahrzeugabsatz im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,7 Prozent auf 77.807 Einheiten gesteigert zu haben. "Das zeigt die stabile Nachfrage nach Luxusautos auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagte ein Börsianer. Auch die Titel der übrigen Hersteller zogen an. Der Branchenindex für Automobilsektor im Dax erhöhte sich um 1,44 Prozent.

Im MDax zog neben Pro Sieben auch der krisengeschüttelte Motorenhersteller Deutz die Aufmerksamkeit auf sich, dessen Aktien um 20,09 Prozent auf 2,69 Euro in die Höhe sprangen. Einem Medienbericht zufolge will das Unternehmen in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

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