Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2003

16:30 Uhr

Sat.1 findet den Fußball zu teuer

Bundesliga-Rechte sind wieder zu haben

Die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga befinden sich wieder auf dem freien Markt. Sat.1 hat die Option, die Rechte für die kommende Saison zu ähnlichen Konditionen wie bisher zu erwerben, nicht gezogen.

HB/dpa HANNOVER. Der Privatsender zahlt bisher 80 Millionen Euro pro Jahr für die Erstrechte im Free TV. "Fußball ist unter den derzeitigen Bedingungen für uns ein hochdefizitäres Geschäft. Deshalb haben wir uns entschieden, die Option nicht auszuüben. Das haben wir dem Rechteinhaber mitgeteilt", sagte Torsten Rossmann, Sprecher der ProSiebenSat.1 Media AG, am Montag.

Die Frist für die Option war nach Angaben der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Montag-Ausgabe) am vergangenen Wochenende ausgelaufen. Der Rechteinhaber Infront AG, der jeweils 290 Millionen Euro für die laufende und die nächste Saison an die Deutsche Fußball- Liga (DFL) zahlt, kann nun mit anderen Sendern über die Rechte im frei empfangbaren Fernsehen verhandeln. Als erster Interessent gilt aber trotz des Option-Verzichts Sat.1. Der Privatsender will auch nächste Saison die Bundesligaspiele zeigen, allerdings nicht zum bisherigen Preis und zu anderen Bedingungen wie zum Beispiel mehr Livespiele.

"Fußball ist ein strategisches Produkt. Deshalb streben wir einen langfristigen Bundesliga-Vertrag an, möglichst nah bis an die WM 2006", sagte Rossmann. Die Schweizer Firma Infront, bei der Ex- Nationalspieler Günter Netzer Mitgesellschafter ist, besitzt neben der Bundesliga auch die WM-Rechte 2006. Das Turnier der weltbesten Teams in Deutschland steht auf der Prioritätenliste von ARD/ZDF deutlich vor der Bundesliga, für die "offiziell" kein Geld vorhanden sei und kein großes Interesse bestehe.

Der Sat.1-Verzicht auf die Option bringt die ARD wieder als möglichen Bundesligasender ins Spiel. Mehrere Vereine sind nach dpa- Informationen schon beim "Ersten" vorstellig geworden. Vor allem die Spitzenclubs wie Bayern München und Borussia Dortmund, die Rechtepreise von mehr als 100 Millionen Euro erlösen möchten, sind unzufrieden mit dem bisherigen TV-Partner Sat.1 und schließen einen Wechsel nicht aus.

DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub und Bayer Leverkusens Manager Wolfgang Holzhäuser erklärten der "FAZ", dass die Nichtwahrnehmung der Option noch Verhandlungsspielräume lasse. Straub kündigte Gespräche mit der Infront AG an, um "Strategien miteinander abzustimmen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×