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07.01.2004

10:33 Uhr

Satire

"Scheibenwischer" kehrt zurück

Drei Monate nach ihrem Aus kehrt die ARD-Satiresendung "Scheibenwischer" auf den Bildschirm zurück - aber ohne Dieter Hildebrandt. Weniger politisch soll die Sendung deshalb nicht werden.

HB BERLIN. Drei Monate nach der Abschiedsshow von Dieter Hildebrandt kehrt der ARD -"Scheibenwischer" auf den Bildschirm zurück. Die Kabarett-Sendung am Donnerstagabend hat künftig keinen Frontmann mehr, sondern besteht aus dem Team Bruno Jonas, Mathias Richling und Georg Schramm. Sie wollen sich weiter der politischen Satire widmen und bekommen Unterstützung von jeweils einem Gastkünstler; in der ersten Ausgabe am 8. Januar ist der Kabarettist Frank Lüdecke mit von der Partie. Es geht wie gewohnt um Aktuelles: Vom Kopftuch bis zum Dreikönigstreffen der FDP.

Im Oktober hatte sich der 76-jährige Hildebrandt in einer Gala nach 23 Jahren endgültig vom "Scheibenwischer" verabschiedet. Im Mai war die letzte reguläre Folge gelaufen. Ob Tschernobyl, Irak-Krieg oder Gesundheitsreform: Lange Jahre war Hildebrandt mit seinen scharfzüngigen Beobachtungen ein Publikumsliebling. Geht es auch ohne den legendären Conférencier? Baerbel Becker von der Redaktion des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) ist optimistisch, dass die Team- Lösung das Richtige ist. "Es ist eine neue Zeit", meint sie. Hildebrandt sei aber als Gast "herzlich willkommen", ein Auftritt sei schon "angedacht".

Vorurteil des Monats

Die 30-minütige Show, die früher zum Leidwesen Hildebrandts häufiger den Sendeplatz wechseln musste, soll nun erst einmal am Donnerstag nach den "Tagesthemen" um 23.00 Uhr einen Stammplatz haben. Vielleicht begeistern sich dann - nach dem vorläufigen Ende der SAT.1-Show - auch einige Harald-Schmidt-Fans für den "Scheibenwischer", hofft Becker. Fast schon ironischerweise ist neben dem RBB der Bayerische Rundfunk (BR) an der Produktion beteiligt - einst hatten sich die Bayern wegen "nicht gemeinschaftsverträglicher Elemente" aus der Satire ausgeblendet.

Jeder "Scheibenwischers" beginnt künftig mit dem "neuesten Gerücht" und endet im "Vorurteil des Monats". In der Premiere im neuen Studio spielt Richling "Deutschland sucht den Superkanzler" und schlüpft in die Rollen von Dieter Bohlen, Angela Merkel, Roland Koch und Edmund Stoiber. Gastkabarettist Lüdecke weiß, warum es in Deutschland vorwärts geht und noch Hoffnung besteht.

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