Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2003

07:17 Uhr

Saubere Werbung

Eine Ordensschwester in der Vollgasbranche

VonGuido Schneider (Handelsblatt)

Die Formel 1 gilt vielen als Tummelplatz von Playboys und Boxenludern. Doch es gibt noch andere Protagonisten.

SIEGSDORF. Ordensschwester Theodolinde Mehltretter zum Beispiel tauchte im Vorjahr erstmals in der Vollgasbranche auf, als sie sich gemeinsam mit Teamchef Peter Sauber beim Trinken von Mineralwasser ablichten ließ. Die Adelholzener Alpenquelle GmbH mit Sitz im bayerischen Siegsdorf gab damals ihre Partnerschaft mit dem Schweizer Sauber-Team bekannt. Die Getränkefirma wirbt für seine Trendmarke "Active O2".

Wie der Auftritt der barmherzigen Schwester zeigt, unterscheidet sich die Alpenquelle von anderen Unternehmen durch ihre Eigentumsverhältnisse. Seit 1907 befindet sich die Firma in Besitz des Ordens der barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul. Die Frömmigkeit verpflichtet: Nach eigenen Angaben kommen die Gewinne den karitativen Einrichtungen des Ordens zugute, sofern das überschüssige Geld nicht ins Unternehmen fließt. Moderne Marketingmethoden sind für die Alpenquelle folglich kein Tabu. Über ihre geschäftlichen Erfolge jedoch redet der Orden nicht so gern. Auch bleibt geheim, wie teuer das Formel-1-Engagement ist.

Der "Active O2"-Schriftzug ist im Übrigen nicht auf den Sauber-Autos zu sehen. Vielmehr will man das Rennteam für eigene Werbe- und Promotionmaßnahmen im deutschen Markt einspannen. Einzelne Abkommen mit den deutschen Fahrern Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld gibt es allerdings nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×