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24.02.2004

08:22 Uhr

Schadensersatz und Schmerzensgelder

Teure Kunstfehler

Wer bei einem Kunstfehler-Prozess Schadenersatz in Millionenhöhe wie in den USA erwartet, wird bei deutschen Gerichten schwer enttäuscht. Nur in Extremfällen erreichen die Schmerzensgelder hier zu Lande den sechsstelligen Bereich.

Einige Beispiele aus der Rechtsprechung zeigen, welche Beträge für welche Ärzte-Fehler zu erwarten sind:

Hirnschaden: Schwerste Hirnschäden und Behinderungen des Kindes infolge eines verzögerten Kaiserschnitts - 230 000 Euro.

Gebärmutter: Ungerechtfertigte Entfernung der Gebärmutter einer 38jährigen und damit noch gebährfähigen Frau - 51 000 Euro.

Laseroperation: Fehlerhafte Korrektur weitsichtiger Augen, beide sind vernarbt, verschwommenes Sehen bei nur noch 20 %iger Sehkraft - 20 000 Euro.

Impotenz: Zeugungsunfähigkeit infolge einer Bandscheibenoperation, wobei der Kläger über die Operationsrisiken nicht ausreichend aufgeklärt wurde - 20 000 Euro.

Brustamputation: Entfernung einer Brust wegen Krebs, grober Behandlungsfehler, da der Arzt die Patientin zu spät aufgeklärt hat, wodurch wertvolle Zeit verstrichen ist - 18 000 Euro.

Knie: Kniegelenkversteifung nach Verlust des Gelenkknorpels bei einem 23-jährigen Mann infolge fehlerhafter Miniskusoperation - 10 225 Euro.

Wirbel: Nicht erkannte Wirbelkörperfrakturen, deshalb Behandlungsverzögerungen mit vermeidbaren Schmerzen - 5 100 Euro. Wegen Verzögerungen der Zahlungen seitens der Versicherung wurde das Schmerzensgeld schließlich verdoppelt.

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