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28.02.2003

15:49 Uhr

Schalke-Torwart griff Neubarth an

Rüffel und Strafe für meckernden Rost

Vor dem Punktspiel bei Borussia Mönchengladbach hängt beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 der Haussegen schief. Torhüter Frank Rost wurde von Manager Rudi Assauer wegen einer verbalen Attacke gegen Trainer Frank Neubarth mit einer Geldstrafe belegt und für sein Verhalten getadelt.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. "Seitdem du hier bist, macht mir Fußball keinen Spaß mehr. Du sprichst nicht mit mir, rufst mich nicht an, bindest mich überhaupt nicht ein", hatte der 29 Jahre alte Keeper laut einem am Freitag bestätigten Bericht der "Bild"-Zeitung in der Mannschaftssitzung am vergangenen Sonntag nach dem 2:2 im Derby gegen Borussia Dortmund zu Neubarth gesagt.

"Die Sache ist angesprochen, verurteilt und damit vergessen", bemühte sich Assauer nach einem Gespräch mit allen Beteiligten darum, die Wogen zu glätten. Dabei hatte sich Rost bereits am vergangenen Samstagabend beim Mannschaftsessen nach dem Dortmund-Spiel in einem italienischen Restaurant mit Mitspieler Jörg Böhme einen lautstarken Disput geliefert. Doch dafür habe er sich tags darauf entschuldigt, bevor es plötzlich zu dem verbalen Angriff auf Neubarth kam. Der 40 Jahre alte Trainer war völlig perplex. "Ich kann das inhaltlich nicht nachvollziehen. Es gibt keinen Grund für eine solche Reaktion", sagte Neubarth. Und: "Die Dinge, die vorgefallen sind, sind natürlich nicht unbedingt positiv. Sie lenken ab und bringen uns nicht nach vorn."

Neubarth, der anders als Assauer und Teammanager Andreas Müller von dem Abendessen offenbar nichts wusste, empfiehlt einigen Akteuren eine professionellere Einstellung. Rost verdiene auf Schalke "gutes Geld", sagte er. "Freude und Spaß muss auch von innen kommen. Aber die Frage muss er sich selber stellen. Einige sollten nicht so viel reden, sondern auf dem Platz Leistung bringen, anstatt außerhalb für Schlagzeilen zu sorgen. Von meiner Seite aus ist die Sache erledigt."

Assauer will den ganz offensichtlich gestörten Betriebsfrieden bei den "Knappen" nicht überbewerten. "Wir wären nicht Vierter, wenn es in der Mannschaft nicht einigermaßen funktionieren würde", meinte der Manager, der den "Maulwurf", der die Details aus der Teamsitzung preis gegeben hat, zu kennen glaubt. "Ich könnte Namen nennen. Seit ein paar Monaten kommt alles raus", betonte der Manager. Laut Assauer werden die Interna von "Leuten, die nicht zur ersten Elf gehören", verraten: "Da ist auch eine Menge Enttäuschung dabei."

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