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24.02.2003

16:15 Uhr

Scharfe Kritik an Sicherheitsmängel

Mehrere Haftbefehle nach U-Bahntragödie

Eine Woche nach dem verheerenden Brandanschlag auf die U-Bahn im südkoreanischen Daegu haben die Ermittler gegen den mutmaßlichen Attentäter und neun Bahnbeschäftigte Haftbefehl beantragt.

HB/dpa SEOUL. Wie die Polizei in Daegu am Montag mitteilte, wurden bereits am Abend zuvor sieben der neun U-Bahnangestellten festgenommen. Die anderen beiden sowie der mutmaßliche Täter wurden im Krankenhaus formal unter Arrest genommen.

Den Angestellten droht nun eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Bei dem Brand in zwei Zügen am vergangenen Dienstag in einem U- Bahnhof im Zentrum der Millionenstadt kamen mindestens 133 Menschen ums Leben. Mehr als 300 Personen stehen noch auf der offiziellen Vermisstenliste.

Die Polizei ermittelt auch gegen das U-Bahnmanagement. Nach Berichten koreanischer Medien wurden die Untersuchungen außerdem auf die Herstellerfirma der Züge und die Firma ausgeweitet, die für den Bau der Station hauptsächlich verantwortlich ist. Dabei gehe es um die Frage, ob die Station tatsächlich nach den zugelassenen Konstruktionsplänen gebaut wurde.

Nach dem Brand wurden Sicherheitsmängel in dem U-Bahnsystem kritisiert. Ausgelöst wurde das Inferno durch einen Brandsatz, den ein wohl geistig verwirrter Mann in einem Waggon gelegt hatten. Der 56-Jährige hatte gegenüber der Polizei gesagt, dass er Selbstmord verüben, jedoch nicht alleine habe sterben wollen. Ihm droht eine Anklage wegen Totschlags durch Brandstiftung.

Unter den Verdächtigen befinden sich auch die Fahrer der beiden Unglückszüge. Einer der Zugführer steht unter dem Verdacht, vor dem Feuer geflüchtet zu sein, ohne vorher alle Waggontüren zu öffnen. Ein zweiter Zug kam neben der Bahn zum Stehen, in der es bereits brannte. Die meisten Opfer unter den eingeschlossenen Fahrgästen erstickten in dem tödlichen Rauch.

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