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12.02.2002

17:34 Uhr

Schill erstattet Anzeige gegen unbekannt

Toxikologe hält Schills Kokain-Test für nicht beweiskräftig

Der von Hamburgs Innensenator Ronald Schill (Schill-Partei) absolvierte Kokain-Test hat nach Ansicht des Berliner Toxikologen Benno Rießelmann nur bedingt Beweiskraft.

dpa HAMBURG. Durch den von Schill in Auftrag gegebenen Haartest lasse sich nur ein häufigerer, nicht aber ein sporadischer Kokain-Konsum nachweisen, sagte Wissenschaftler am Berliner Landesinstitut für gerichtlich und soziale Medizin der Berliner "Tageszeitung". Schill hat am Dienstag wegen der Drogenvorwürfe in Hamburg Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Schill müsste mindestens zwei Mal pro Woche Kokain genommen haben, um bei dem Haartest ein beweiskräftiges Ergebnis zu erzielen, sagte der Toxikologe der Zeitung. "Sporadischer Konsum lässt sich nicht zwingend nachweisen." Schill war am Montag nach München geflogen, um sich dort im Institut für Rechtsmedizin der Universität München Haare abnehmen zu lassen. Ein Ergebnis der Analyse soll bis Ende der Woche vorliegen.

Hamburgs Leitende Oberstaatsanwältin Marion Zippel bestätigte, Schill habe Anzeige gegen unbekannt erstattet. In dem ARD - Fernsehmagazin "Panorama" hat ein anonymer Zeuge behauptet, Schill habe sich bei der Wahlparty nach der Bürgerschaftswahl am 23. September 2001 "weißes Pulver auf das Zahnfleisch aufgetragen". Neben der Strafanzeige gegen unbekannt behält sich Schill nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen das TV-Magazin, das er als "Schweinemagazin" bezeichnet hatte, vor. Der Sender hatte seinerseits angekündigt, gegen den Senator zu klagen.

Bereits am Montagabend war der Vorstand der Schill-Partei zusammengekommen, um über den Ausschluss jenes Mitgliedes zu beraten, das Parteichef Ronald Schill anonym Kokain-Konsum vorgeworfen hat. Nach Angaben einer Sprecherin hat der Vorstand entschieden, zunächst ein Gespräch mit dem von der Partei verdächtigten Ortsverbandsvorsitzenden zu suchen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde über ein Parteiausschlussverfahren entschieden.

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