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08.02.2002

15:15 Uhr

Schily drückt Daumen

Deutsche Sportler hoffen auf goldenen Start

Ein guter Start ist Gold wert, und Otto Schily drückt dafür die Daumen: Überflieger Sven Hannawald, Eisflitzerin Anni Friesinger und Kombinierer Ronny Ackermann sollen dem deutschen Team zum Auftakt der XIX. Olympischen Winterspiele in Salt Lake City den Weg in die Erfolgsspur weisen.

dpa SALT LAKE CITY. "Wir haben eine sehr leistungsstarke Mannschaft. Ich glaube, das Wochenende wird gut verlaufen", sagte Rolf Ebeling, der Leistungssportdirektor im Deutschen Sportbund (DSB), vor den ersten Entscheidungen des 17- tägigen Spektakels auf Eis und Schnee. Als prominentester Fan des Teams wurde der Bundesinnenminister in der Olympia-Stadt erwartet. Insgesamt wird am Samstag und Sonntag in neun von 78 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze gekämpft. Zudem kann Georg Hackl am Sonntag im ersten Lauf (24.00 Uhr) die Grundlage zu seinem vierten Rodel-Olympiasieg in Folge legen.

Vierschanzentournee-Gewinner Hannawald wurde im Training seiner Favoritenrolle gerecht. Selbst auf der von ihm ungeliebten Normalschanze sprang der 27-Jährige aus Hinterzarten drei Mal Bestweite und gab dem polnischen Weltcup-Spitzenreiter Adam Malysz das Nachsehen. Auch der viermalige Weltmeister Martin Schmitt (Furtwangen) war vorne dabei. "Hannawald und Schmitt sind die Athleten, von denen wir die Medaillen erwarten", sagte Bundestrainer Reinhard Heß, der zudem Christof Duffner und Michael Uhrmann für das Auftaktspringen am Sonntag (16.30 Uhr) nominierte.

Als Top-Favoritin geht Anni Friesinger im Utah Olympic Oval im ersten Eisschnelllauf-Rennen der Damen über 3000 m (Sonntag/21.00 Uhr) an den Start. Im erwarteten Gold-Duell gegen ihre Erzrivalin Claudia Pechstein (Berlin) könnte die 25-jährige Inzellerin den ersten Schritt auf dem Weg zur erfolgreichsten deutschen Olympionikin machen. "Über vier Mal Gold denke ich nicht nach. Vier Starts sind vier Chancen", versuchte Anni Friesinger selbst den Druck der Favoritenbürde ein wenig zu mildern.

Die nordischen Kombinierer um den Weltcup-Zweiten Ronny Ackermann deckten im Abschlusstraining auf der Normalschanze ihre Karten noch nicht auf. Der Oberhofer bot eher durchwachsene Leistungen, was Bundestrainer Hermann Weinbuch allerdings nicht beunruhigt. "Es sind noch Reserven da", glaubt der Ex-Weltmeister. In der "klassischen" Kombination mit zwei Sprüngen am Samstag und dem 15 km-Langlauf am Sonntag (17.00 Uhr) wird ein Dreikampf zwischen Ackermann, Felix Gottwald (Österreich) und dem Finnen Samppa Lajunen erwartet. Vier Jahre nach ihrem Triumph in Nagano glaubt Snowboarderin Nicola Thost nicht an eine Wiederholung des goldenen Kunststücks in der Halfpipe (Sonntag/21.30 Uhr). "Ich hatte zu wenig Zeit, um neue Sachen zu probieren. Das ist deprimierend", sagte die gebürtige Pforzheimerin, die wegen eines im Dezember erlittenen Armbruchs eine lange Wettkampfpause einlegen musste.

Beim Olympia-Auftakt im alpinen Skisport, der gleich am Sonntag (18.00 Uhr) mit der Königsdisziplin Herren-Abfahrt einen sportlichen Höhepunkt bietet, spielt das deutsche Team keine Rolle. Während Weltcup-Dominator Stephan Eberharter (Österreich) im Training auf der "Grizzly"-Piste seine Favoritenrolle unterstrich, war der einzige DSV-Starter Max Rauffer (Leitzachtal) mit einem Rückstand von über drei Sekunden chancenlos.

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