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07.04.2003

17:05 Uhr

Schlechte Zahlen der Wettbewerber

Gedämpfter Optimismus für SAP

Die verfehlten Prognosen für das erste Quartal bei den US-Softwareherstellern Peoplesoft Inc und Siebel Systems Inc dämpfen auch die Erwartungen der Analysten an das erste Quartal bei dem Walldorfer Anbieter SAP AG.

vwd FRANKFURT. Allerdings gehen die von vwd befragten Beobachter weiter davon aus, dass SAP seine Jahresprognose wird einhalten können. Für das abgeschlossene erste Quartal hat SAP keine Prognose abgegeben. Die Zahlen sollen nach den bisherigen Planungen am 17. April veröffentlicht werden.

"Die gemeldeten Zahlen von US-Anbietern sind schlechter ausgefallen, als von uns erwartet wurde", sagte Oliver Caspari von Bankhaus Lampe. In der gesamten Branche laufe es derzeit nicht so gut. Der Analyst geht davon aus, dass auch SAP von der schwierigen Marktsituation betroffen ist: "Ich habe ein etwas schlechteres Gefühl bei SAP als in den Quartalen zuvor", räumte er ein. Die Bank denke daher darüber nach, eventuell ihr Rating für SAP von "outperformer" auf "marktperformer" anzupassen.

Die negativen Auswirkungen des Irak-Kriegs auf den Auftragseingang des Walldorfer Softwareanbieters sind nach Einschätzung von Caspari nur sehr schwer messbar. Die zuletzt veröffentlichten Zahlen von SAP seien überwiegend von Großaufträgen, hauptsächlich aus dem europäischen Raum, geprägt worden. "Ich glaube nicht, dass der Irak-Krieg die Investitionsbereitschaft der europäischen Unternehmen soweit beeinflusst, dass SAP massive Auftragseinbrüche vermelden müsste", sagte der Analyst.

Allerdings sieht auch Caspari aktuell eine gewisse Zurückhaltung bei den Investitionen Grund der Konjunkturschwäche. Die Unternehmen bewegten sich immer noch auf niedrigerem Niveau. Wann es bei den Softwareunternehmen wieder aufwärts gehe, hänge sehr stark von der Konjunktur ab. Solange es keine Anzeichen für einen Konjunkturaufschwung gebe, werde es auch bei den Sofwareherstellern nur durch Einsparungen zu Ertragssteigerungen kommen können, meint er. Mit massiven Einbrüchen rechnet der Analyst vom Bankhaus Lampe im ersten Quartal bei SAP aber nicht.

Auch Michael Bahlmann von M.M. Warburg vermutet, dass SAP mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie die US-Wettbewerber. Aus den Äußerungen der Konkurrenz sei ersichtlich, dass das Marktumfeld sehr schwierig sei. Unternehmen wie Peoplesoft und Siebel Systems hätten von Verzögerungen bei Vertragsabschlüssen berichtet und von einer extrem hohen Investitionszurückhaltung. Die Aussagen der Wettbewerber seien insgesamt schlecht für die gesamte Branche, schätzt der Analyst. Dennoch müssten jetzt bei SAP nicht gleich alle Lampen rot leuchten.

Leicht habe es der Softwareanbieter im ersten Quartal mit Sicherheit aber nicht gehabt. Der Zeitraum Januar bis März sei aber üblicherweise der "am wenigsten wichtige" bei SAP, sagte er. Dass die ersten drei Monate so schlecht ausgefallen sind, dass eine Revision der Gesamtjahresprognose erforderlich wäre, sieht Bahlmann nich. Die eigenen Schätzungen für das erste Quartal von SAP will der Analyst vor dem Hintergrund der schwierigen Konjunktur allerdings überdenken. "Es kann sein, dass wir die Schätzungen etwas zurücknehmen werden", kündigte er an.

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