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20.01.2003

21:43 Uhr

Schlüsselloch-Chirurgie minimiert Risiken

Klinik in Leipzig operiert Prostatakrebs schonender

Prostatakrebs kann künftig auf eine schonendere Weise operiert werden als bislang möglich. Das Universitätsklinikum Leipzig hat eine minimalinvasive Operationstechnik entwickelt, die nun auch in der Medizinischen Hochschule Hannover eingesetzt wird.

bia DÜSSELDORF. Mit Hilfe dieser Technik können die lästigen Nebenwirkungen einer herkömmlichen Behandlung bei Prostatakrebs deutlich verringert werden. 118 Patienten in Leipzig sowie zwölf in Hannover seien so bereits erfolgreich behandelt worden, berichten die Mediziner.

Für die Operation reichen fünf kurze Hautschnitte unterhalb des Bauchnabels des Patienten, durch die die Urologen kleine Instrumente in das Becken einführen. Eine Kamera ermöglicht es den Chirurgen, das Operationsfeld mit fünf- bis zehnfacher Vergrößerung an einem Bildschirm zu sehen - dadurch ließe sich der Eingriff besonders exakt ausführen. Ein aufblasbarer Ballon sorgt dafür, dass das Bauchfell mit den dahinter befindlichen Darmanteilen zurückgedrängt wird. In der so geschaffenen "Höhle" ist der Weg zur Prostata frei.

Dank der Schlüsselloch-Chirurgie lässt sich ein großer Bauchschnitt oder Dammschnitt vermeiden. Die Patienten erholen sich schneller, und der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich dementsprechend. Weil die Urologen die Organe vergrößert sehen, können sie die Nerven schonen, die durch das Operationsgebiet laufen. Eine Impotenz ließe sich daher oft verhindern. Auch das Risiko einer Harninkontinenz sei um ein Vielfaches kleiner.

Die Mediziner machen jedoch eine Einschränkung: Die minimalinvasive Operation eignet sich nur für Patienten, bei denen der Tumor auf die Prostata begrenzt ist und sich keine Tochtergeschwülste nachweisen lassen.

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