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06.07.2000

16:15 Uhr

vwd BERLIN. Condat bringt das Internet ins Handy. So lässt sich das Geschäft der an den Markt strebenden Condat AG, Berlin, salopp beschreiben. Das Unternehmen produziert nicht nur die so genannten Protocoll Stacks - das Betriebssystem für das Handy - sondern überträgt auch mittels eines Wireless Proxy Servers Daten vom Festnetz an die mobilen Endgeräte wie Mobiltelefone oder Handys. Nach den Worten des Finanzvorstands ist Condat "historisch profitabel" und bereits seit 20 Jahren im Geschäft.

Condat liefert nach eigenen Angaben die Schlüsseltechnologie für das junge M-Commerce-Geschäft. "In diesem Bereich wollen wir internationale Standards setzen", betont der Vorstandsvorsitzende Pedro Schäffer im Gespräch mit vwd. Konkurrenten gibt es Schäffer bisher noch nicht. Lediglich der britische Anbieter TTP Communications biete ähnliche Produkte.

Das bisherige Wachstum finanzierte das Unternehmen sowohl aus eigenen Mitteln als auch aus den Investitionen der Altgesellschafter. "Doch das reicht jetzt nicht mehr", sagt Finanzchef Waschkau. Auf Grund der immer kürzer werdenden Technologiezyklen könne Condat sein Wachstum - bisher 60 Prozent im Jahr - nicht mehr aus eigener Kraft finanzieren. Der Börsengang soll frisches Kapital ins Unternehmen bringen. Der Erlös fließe in strategisch notwendige Beteiligungen und in eine schnellere Produktentwicklung. Darüber hinaus soll die Präsenz im Ausland verstärkt werden.

Nach den Worten Waschkaus hat Condat seine Geschäftsjahre "immer mit Gewinn" abgeschlossen. Die EBIT-Marge beziffert er für die Jahre 1998 bis 1999 mit 6,0 und 8,5 %. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei gut 29 Mill. DM. Bis 2004 soll der Umsatz jährlich um 53 % steigen. Dabei werde sich das Ergebniswachstum überproportional entwickeln. In Finanzkreisen werde die Condat-Aktie mit 22,00 bis 24,00 Euro als "fair bewertet" betrachtet, berichtet Waschkau. Für den Finanzvorstand ist dies zwar "Kaffeesatzleserei", aber "irgendwo in diesem Bereich müsste die Bewertung schon liegen".

Condat bietet 2,659 Mill. Aktien (inkl. Greenshoe) zum Verkauf an, von denen rund 1,9 Mill. aus einer Kapitalerhöhung stammen. Der Greenshoe umfasst 351 840 Aktien und wird von Altaktionären zur Verfügung gestellt. Die Altaktionäre haben sich zu einer Lock-up-Frist von 24 Monaten verpflichtet. Der Freefloat soll nach dem Going Public bei rund 29 % liegen. Die Aktien können vom 11. bis 13. Juli gezeichnet werden. Die Erstnotiz ist für den 17. Juli geplant. Die Bookbuilding-Spanne wird am 10. Juli auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

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