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08.01.2003

07:47 Uhr

Schmid muss 71 Millionen Euro zurückzahlen

Trumpfkarte für Grenz im Kampf um Mobilcom

Im Machtkampf um die Führung des Büdelsdorfer Mobilfunk-Unternehmens Mobilcom AG hat Vorstandschef Thorsten Grenz eine Trumpfkarte erhalten. Großaktionär France Télécom droht, seine Zahlungsverpflichtungen fristlos zu kündigen, wenn Ex-Vorstand Gerhard Schmid oder seine Ehefrau einen Posten im Vorstand und Aufsichtsrat oder eine andere leitende Funktion innerhalb der Mobilcom - Gruppe bekleiden wollen. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

lip HAMBURG. Schmid versucht, den Aufsichtsrat von Mobilcom auf seine Seite zu ziehen, um den Freenet-Vorstandschef Eckhard Spoerr in den Mobilcom-Vorstand zu bugsieren. Dieser soll Schmid helfen, wieder in das Unternehmen zurückzukehren.

Doch Schmid hat soeben einen neuen Dämpfer erhalten. Denn der Mobilcom-Vorstand verlangt von Schmid die Rückzahlung von rund 71 Mill. Euro bis Ende März. Dies geht aus der Einladung zur Mobilcom-Hauptversammlung am 27. Januar hervor. Falls der Firmengründer bis dahin die Summe nicht überwiesen hat, ist Schmid-Treuhänder und Ex-RTL-Chef Helmut Thoma verpflichtet, 3,6 Mill. Mobilcom-Aktien aus dem Besitz der Familie Schmid über die Börse zu verkaufen. Das sind etwas mehr als 5 % des Mobilcom-Aktienkapitals. Forderung ist ein Aktien-Optionsprogramm des Jahres 2002. Damals hatte Vorstandchef Schmid dem Unternehmen seiner Ehefrau Sybille Schmid-Sindram, der Millenium GmbH, 71 Mill. Euro gezahlt, damit diese ein Aktienoptionsprogramm für verdiente Mobilcom-Vertriebler auflegt.

Dazu hinterlegte Millenium 3,6 Mill. Mobilcom-Aktien. Doch das Geschäft kam nicht zu Stande, da Aufsichtsrat die Rechtmäßigkeit des Optionsprogramms anzweifelte. Der damalige Finanzvorstand Thorsten Grenz sei hierüber nicht korrekt informiert worden. Schmid musste seinen Vorstandssessel räumen.

Unklar ist, ob Mobilcom noch weitere Anteile von Schmid veräußern kann. Denn der Verkauf der 3,6 Mill. Aktien brächte beim derzeitigen Kurs von 3,30 Euro nur knapp 12 Mill. Euro. Eine Schmid-Sprecherin sagte: "Im Treuhandvertrag wurde eine Friedenspflicht über das Aktienoptionsprogramm vereinbart". Sie gilt nach Information des Handelsblatts bis Ende 2004. Während dieser Zeit sind weitere Aktienverkäufe aus dem Besitz der Familie Schmid ausgeschlossen.

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