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20.03.2003

09:00 Uhr

Schmuck und Uhren weniger gefragt

Richemont gibt Gewinnwarnung heraus

Der Luxusgüterkonzern Richemont hat für das am 31. März endende Geschäftsjahr 2002/03 eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Der operative Gewinn könnte auch aufgrund von Restrukturierungskosten bis zu 40 Prozent unter dem Vorjahreswert von 482 Millionen Euro zu liegen kommen, wie Richemont am Donnerstag weiter mitteilte.

Reuters GENF. Richemont leide weiter unter dem schlechten konjunkturellen Klima, hiess es weiter. Besonders die Bereiche Schmuck und Uhren spürten die Abschwächung des Konsumklimas. Zudem hätten Dollar und Yen zum Euro an Wert verloren. Dies belastete einerseits die in Euro ausgewiesenen Umsatzzahlen und drückte andererseits die Margen, da die Produktionsbasis der Gruppe in der Euro-Zone liege. 2001/2002 verbuchte Richemont einen Umsatz von 3860 Millionen Euro.

Als Reaktion habe der Konzern Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet, die im laufenden Geschäftsjahr zu einer Belastung von 50 Millionen Euro führen dürften. Die Massnahmen betreffen die Aktivitäten des Kleiderherstellers Dunhill in den USA und das Geschäft des Lederwarenproduzenten Lancel vor allem in Belgien und in den USA.

"Das ist sehr schlecht," sagte Analyst Ronald Wildmann von der Bank Leu, der die Richemont-Titel auf "hold" von "buy" zurückstufte. "Niemand hat dieses Trading Statement erwartet. Sie haben wirkliche Probleme," so Wildmann weiter.

Die Richemont-Aktie gab in den ersten Handelsminuten 15 Prozent auf 18,90 sfr nach. Der Gesamtmarkt lag 1,1 Prozent im Minus. Die Richemont-Meldung belastete zudem die Aktien der Uhrengruppe Swatch als auch Titel von Konkurrenten wie LVMH.

Richemont verwies in der Medienmitteilung jedoch auch nochmals auf den im endenden Geschäftsjahr anfallenden ausserordentlichen Buch-Gewinn von 300 Millionen Euro in Zusammenhang mit dem Abbau des Anteils an British-American Tabacco. Seit dies bekannt sei, "wurde vermutet, dass Richemont Restrukturierungskosten bilden könnte," schrieb Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank in einem Kurzkommentar. Schwendimann belässt Richemont auf "übergewichten".

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