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21.01.2003

16:11 Uhr

Schon 51 Tage Generalstreik in Venezuela

Carter würdigt „positives Treffen“ mit Chávez

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter beteiligt sich in Venezuela an der Suche nach einer politischen Lösung für die Krise in dem Ölland. Nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), César Gaviria, traf sich Carter am späten Montagabend (Ortszeit) mit dem umstrittenen Präsidenten Hugo Chávez. Das Treffen sei "sehr positiv" gewesen, meinte der Friedensnobelpreisträger nach Medienberichten.

HB/CARACAS/BRASILIA. Carter wollte nach eigenen Angaben am Dienstag, dem 51. Tag eines Generalstreiks der Opposition, einen ersten Bericht herausgeben. Die Vermittlungsbemühungen wurden am Montag von Straßenschlachten überschattet, bei denen es nach Medienberichten einen Toten und 25 Verletzte gab. Eine Oppositionskundgebung in der Gemeinde Valles del Tuy, 60 Kilometer von Caracas entfernt, wurde von Chávez-Anhängern mit Steinen und Flaschen angegriffen. Der Gouverneur des Bundesstaates Miranda, Enrique Mendoza, versicherte, Polizeieinheiten von regierungstreuen Gemeinden hätten Tränengas eingesetzt, aber auch geschossen.

Brasiliens Regierung teilte unterdessen mit, das erste Außenministertreffen der jüngst gegründeten Vermittlungsinitiative "Gruppe der Freunde Venezuelas" werde am Freitag in Washington stattfinden. Der Gruppe gehören neben Brasilien die USA, Spanien, Portugal, Chile und Mexiko an.

Der von der Opposition als "autoritär" kritisierte Chávez sagte erneut, er werde das von der Wahlbehörde für den 2. Februar angesetzte Referendum über Neuwahlen nicht anerkennen. Die Verfassung gestatte ein solches Referendum erst ab August. Der Linksnationalist kündigte außerdem die Überprüfung der Lizenzen der vier wichtigsten Fernsehsender an, die er als "putschistisch" bezeichnet. Der Streik in Venezuela hat den Ölsektor des fünftgrößten Produzenten der Welt lahm gelegt und zu Versorgungsengpässen geführt.

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