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03.04.2003

15:43 Uhr

Schon wiederholt gegen Tradition verstoßen

Britischer Hofdichter reimt gegen Irak-Krieg

Der Hofdichter des britischen Königshauses hat gegen alle Gepflogenheiten ein politisches Gedicht verfasst und darin den von den USA und Großbritannien geführten Krieg gegen Irak kritisiert.

Reuters LONDON. "Ich würde nicht sagen, dass dieses Gedicht eindeutig unpatriotisch ist, aber ich würde sagen, dass es sich gewaltig gegen den Krieg richtet", sagte Hofdichter Andrew Motion nachdem er sein Anti-Kriegs-Gedicht "Regime Change" ("Regime-Wechsel") am Donnerstag im britischen Radiosender BBC vorgetragen hatte.

Obwohl er vehement gegen den Krieg im Irak sei, wünsche er den britischen Truppen allerdings nur Gutes, fügte Motion hinzu. In dem Gedicht schreibt Motion unter anderem über den Tod, der sich quer durch den Irak und damit durch die die Wiegen der Zivilisation schneide. Der Irak war über Jahrtausende hinweg das politische und kulturelle Zentrums Vorderasiens.

Mit "Regime Change" verstieß Motion jedoch bereits zum wiederholten Male gegen die Tradition, nach der sich ein "poet laureate" nur auf unpolitische Weise anlässlich wichtiger nationaler Ereignisse oder Geschehnisse am Hof äußern soll. Erst im Januar hatte er in einem Gedicht Motive, die zum Krieg führten, kritisch hinterfragt.

Das Königshaus beruft Hofidchter seit Mitte des 17. Jahrhunderts. Unter den namhaften Vorgängern Motions befinden sich solch bekannte Dichter wie John Dryden und William Wordsworth.

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