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19.03.2003

16:25 Uhr

Schrumpfende Märkte

Anlagenbauer SMS plant Stellenabbau

Der Maschinen- und Anlagenbauer SMS AG will auf die schwachen Märkte vor allem für Stahl- und Hüttenwerke mit Stellenabbau und einer Halbierung seiner Investitionen reagieren. 2002 erreichte SMS aber nach einem Verlustjahr wieder die Gewinnzone.

Reuters DÜSSELDORF. Etwa 840 Stellen sollten in diesem Jahr wegen der schwachen Auftragslage in der Sparte Hütten- und Walzwerkstechnik eingespart werden, sagte SMS-Vorstandschef Heinrich Weiss am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Die Stellenstreichungen entfielen etwa zur Hälfte auf deutsche und ausländische Standorte. Insgesamt beschäftigte SMS Ende 2002 knapp 10 000 Mitarbeiter.

Trotz Umsatzrückgängen beim mit Abstand größten Geschäftsfeld Hüttentechnik und der Kunststofftechnik erzielte SMS einen Gewinn nach Steuern von 6,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 15 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz des zu 50,1 Prozent zur MAN-Gruppe gehörenden Unternehmens verringerte sich 2002 auf 2,19 (Vorjahr: 2,24) Milliarden Euro.

Angesichts der Unsicherheiten über den Ausgang der Irak-Krise wollte Weiss keine konkrete Prognose für 2003 abgeben. Allerdings würden die Sach-Investitionen von zuletzt 48 Millionen Euro in 2003 halbiert. "In schwierigen Zeiten muss man sein Geld zusammenhalten", zitierte Weiss eine alte Kaufmannsregel.

Der Auftragseingang in der Hüttentechnik liegt Weiss zufolge noch immer deutlich unter den Erwartungen. Einen Hoffnungsschimmer sieht er aber auf dem aufstrebenden brasilianischen Markt. Dort werde Stahl derzeit zu den weltweit niedrigsten Kosten hergestellt. Deshalb werde dort auch in neue Anlagen investiert. Hier sieht Weiss Auftragschancen für SMS. Der Anlagenbauer, der nach eigenen Angaben etwa 30 Prozent Weltmarktanteil besitzt, teilt sich den Markt noch mit der italienischen Danieli , der österreichischen Voest und den japanischen Anbietern Hitachi und JSP .

In den USA rechnet Weiss auf absehbare Zeit nicht mit einer Modernisierung der maroden Stahlindustrie. Die seit einem Jahr geltenden Strafzölle für Stahlimporte hätten vielmehr die Inlandspreise so hoch schnellen lassen, dass sogar schon abgeschaltete Altanlagen wieder hinreichend kostengünstig produzieren könnten.

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