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17.01.2003

11:09 Uhr

Schümann: „Das Fenster ist offen“

„Alinghi“ vor historischem Erfolg

Jochen Schümann und die Schweizer Alinghi Challenge stehen in der Herausforderer-Runde zum Segelklassiker America's Cup vor einem historischen Erfolg. Nach dem vierten Punktgewinn gegen das USA-Team Oracle BMW Racing am Freitag vor Auckland fehlt den Eidgenossen nur noch ein Sieg zum Einzug ins Cup-Finale.

Die Alinghi hat die fünfte Wettfahrt für sich entschieden. Foto: dpa

Die Alinghi hat die fünfte Wettfahrt für sich entschieden. Foto: dpa

HB/dpa AUCKLAND. Damit würde erstmals in der 151-jährigen Cup-Geschichte ein Binnenland ohne Küste um die älteste Trophäe der internationalen Sportwelt kämpfen. Mit dem dreimaligen Olympiasieger Schümann könnte erstmals ein deutscher Segler nach der Silberkanne greifen.

Sportdirektor Schümann zeigte sich nach dem Rennen erleichtert: "Wir haben zu Anfang einen kleinen Fehler gemacht, konnten das Rennen aber noch umbiegen." Die "Alinghi" kreuzte die Ziellinie bei optimalen Windbedingungen um 13 Knoten und Sonnenschein 13 Sekunden vor der "USA 76" des Oracle-Teams. Trotz des 4:1-Vorsprungs warnte Stratege Schümann vor verfrühter Freude. "Das Fenster ist offen, aber hochklettern und reingreifen müssen wir immer noch selbst", meint der 48-jährige gebürtige Berliner.

Begleitet von kreischenden Fans und Deep Purples Rocksong "Smoke On the Water" war die "USA 76" am Freitag ausgelaufen. Angefeuert von dröhnenden Schweizer Kuhglocken folgte die "Alinghi", wobei sich alle Crew-Mitglieder an Bord die Hände reichten und sie zum Gruß an die Fans im La-Ola-Stil in die Höhe streckten.

Die hart umkämpfte fünfte Begegnung zwischen den Europäern und den Amerikanern war von Führungswechseln geprägt. "Für mein Herz war dieses Rennen gar nicht gut", scherzte "Alinghis" Hamburger Chefdesigner Rolf Vrolijk. "Ich habe mir nie im Leben vorstellen können, dass eines meiner Boote einmal um den America's Cup segeln könnte. Auch ganz zu Beginn dieser Kampagne noch nicht", erklärte Vrolijk nach dem spannenden Duell.

Dem deutschen Fernsehzuschauer werden bei der ARD Live-Bilder ins Haus geliefert. "Wir haben am Mittwoch und am Freitag vom Tennis in Australien einige Male rübergeschaltet zum Segeln nach Neuseeland. Das wollen wir auch am Sonntag beim vielleicht entscheidenden Rennen so machen", sagte Karl-Günther Wollscheid, Programmgeschäftsführer Sport bei der ARD. Für das Finale um den America's Cup ab 15. Februar will die TV-Anstalt die Rechte erwerben.

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