Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2004

08:08 Uhr

Schüttler in der Formkrise

Tennisarbeiter ohne Job

VonBenedikt Voigt (Handelsblatt)

Vorjahresfinalist Rainer Schüttler scheitert schon in der ersten Runde der Australian Open am Schweden Robin Söderling.

BERLIN. In der Nacht zum Montag hat der Fernsehsender "Eurosport" zur Einstimmung auf die Australian Open noch einmal die Bilder des vergangenen Jahres gezeigt: Rainer Schüttler liegt auf dem Rücken und reckt jubelnd den Tennisschläger in die Höhe, Rainer Schüttler nimmt die Gratulation von Andy Roddick entgegen, Rainer Schüttler plauscht nach seiner Finale-Niederlage mit Andre Agassi. Vom aktuellen Grand-Slam-Turnier jedoch wird der Sender nicht viele Bilder wiederholen. Weil es keine weiteren von Schüttler geben wird.

Bereits in der ersten Runde verabschiedete sich Rainer Schüttler von jener Stelle, an der ihm vor Jahresfrist der Durchbruch an die Weltspitze gelang. 6:4, 6:4, 5:7, 3:6, 4:6 unterlag der an Nummer sechs gesetzte Deutsche dem 19-jährigen Schweden Robin Söderling. "Das ist schon extrem bitter", sagte Schüttler, "schlimmer kann es nicht mehr werden." Es war bereits seine dritte Erstrundenniederlage in Folge nach Doha und Sydney. Der unermüdliche Tennisarbeiter, der sich im letzten Jahr von Rang 33 auf den sechsten Platz der Weltrangliste vorrackerte, wartet 2003 noch immer auf den ersten Sieg. Schüttler sagt: "Dieser Monat ist ein Albtraum."

Dabei sah es zunächst so aus, als könnte Schüttler gegen den Teenager aus Schweden an die Erfolge des letzten Jahres anknüpfen. Mit 2:0 Sätzen führte der 27-Jährige bereits. "Wenn ich meine Chance nutze, bin ich anderthalb Stunden eher mit 3:0 Sätzen in der Kabine", ärgerte sich Schüttler. Ihm fehlte die psychologische Stärke, um eine Niederlage zu vermeiden. Zwar trat er wieder in einem jener roten Hemden an, die ihm im vergangenen Jahr so oft Glück beschert hatten. Doch Aberglaube nutzte gegen den immer sicherer auftretenden Robin Söderling wenig.

Der Aufschlagverlust beim Stande von 2:1 im vierten Satz lähmte Schüttler endgültig. "Ich habe danach versucht, zu fighten und mein Bestes zu geben, aber er hat mehr riskiert und am Ende immer weniger Fehler gemacht."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×