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25.06.2000

17:20 Uhr

Schulden kein Problem

Hyundai arbeitet sehr profitabel

Der Autohersteller Hyundai Motor Company ist auf seinem Heimatmarkt Korea klarer Marktführer und steht in der Profitabilität vielen Konkurrenten aus anderen Teilen der Welt nicht nach.

Reuters FRANKFURT. Einschließlich der 1998 mehrheitlich übernommenen Tochter Kia Motor erzielte Hyundai 1999 nach Branchenangaben einen konsolidierten Umsatz von 21,3 Mrd. $ (gut 44 Mrd. DM), der operative Gewinn betrug 870 Mill. $. Mit einer daraus errechneten Rendite von vier Prozent gehöre Hyundai zu den erfolgreichsten Autoherstellern, hieß es in Branchenkreisen. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens lag nach den Angaben zuletzt bei 36 %.

Während dem weit verzweigten Hyundai-Konzern durchaus ein Problem mit zu hohen Schulden nachgesagt wird, ist der Autohersteller Hyundai Motor davon nach Brancheneinschätzung nicht betroffen. Hyundai Motor werde als eigenständiges Unternehmen geführt, das nicht durch Quersubventionen Verluste anderer Unternehmen der Hyundai-Gruppe ausgleichen müsse. Die Verschuldung von Hyundai Motor wird in der Branche mit insgesamt gut fünf Mrd. $ beziffert, die allerdings fast ausschließlich von dem 1998 mehrheitlich übernommenen koreanischen Konkurrenten Kia Motors stammten. Und immerhin habe Hyundai es geschafft, Kia binnen eines Jahres wieder in die Gewinnzone zu führen.

Hyundai Motor wurde 1967 gegründet und fertigte zunächst in Zusammenarbeit mit Ford Fahrzeuge. Anfang der 70er Jahre entschied das Hyundai-Management, selbst Fahrzeuge zu entwickeln. 1999 produzierte Hyundai einschließlich Kia nach Branchenangaben rund 1,8 Mill. Fahrzeuge, davon wurde rund die Hälfte exportiert. Hyundai selbst hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr seinen Absatz um gut ein Drittel auf 1,27 Mill. Fahrzeuge gesteigert und rechnet für das laufende Jahr mit einem erneuten Verkaufszuwachs um 31 % auf 1,67 Mill. Fahrzeuge. In seinem Geschäftsbericht für 1999 hatte sich Hyundai das Ziel vorgegeben, langfristig zu den fünf führenden Autoherstellern der Welt zu gehören.

Hyundai verfügt neben Werken in Korea über Fertigungen in Indien, China und der Türkei sowie über kleinere Montagen in anderen Ländern. Das Nutzfahrzeug-Werk im koreanischen Chonju hat nach Firmenangaben eine Kapazität von 100 000 Fahrzeugen.

Am Montag wollen die deutsche Daimler-Chrysler AG und Hyundai auf einer Pressekonferenz in Korea ihre Pläne für eine Allianz bekannt geben. Nach Medienberichten soll Daimler-Chrysler dabei zehn Prozent der Anteile von Hyundai Motor übernehmen, und auch eine gemeinsame Nutzfahrzeug-Tochter sei geplant. Daimler-Chrysler verfolgt bereits seit längerem das Ziel, sein Geschäft in Asien - insbesondere auch bei Nutzfahrzeugen - stark auszubauen.

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