Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.04.2003

15:21 Uhr

Schulden sollen reduziert werden

Mehr Interessenten für Telekom-Funksparte

Die Deutsche Telekom findet für ihre geplante Trennung von Funkaktivitäten offenbar zunehmend potenzielle Käufer.

Reuters FRANKFURT/M. Sechs namhafte private Kapitalanlagegesellschaften hätten inzwischen Interesse für das von Branchenexperten mit rund zwei Milliarden Euro bewertete Funkturm-Geschäft angemeldet, war am Freitag aus mit dem Verkaufsprozess vertrauten Kreisen zu erfahren.

Demnach haben das US-Beteiligungsunternehmen Carlyle Group sowie die britische Investorengruppe Apax Partners ein Konsortium gegründet. Ferner hätten sich Providence Equity und die Kapitalanlagegesellschaft Permira, die zuletzt den Bezahl-TV-Sender Premiere übernommen hat, für ein mögliches Gebot zusammengeschlossen, hieß es in den Kreisen. Auch die US-Finanzinvestoren Blackstone und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hätten Interesse für die Deutsche Funkturm GmbH bekundet. Die US-Investmentbank Morgan Stanley, von der die Telekom in dieser Frage beraten wird, habe zahlreiche mögliche Interessenten bereits kontaktiert.

Der eigentliche Verkaufsprozess habe aber noch nicht begonnen, hieß es in den Kreisen weiter. Die Verhandlungen dürften Monate in Anspruch nehmen, da ein Verkauf der Funkaktivitäten sehr komplex sei. Schließlich wollten potenzielle Käufer sicherstellen, dass sie die Infrastruktur auch Telekom-Konkurrenten anbieten könnten.

Während von Providence und Blackstone zunächst keine Stellungnahme erhältlich war, lehnten die übrigen Beteiligten einen Kommentar dazu ab. Ein Telekom-Sprecher sagte auf Anfrage: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen."

Telekom will Schulden reduzieren

Reuters hatte Anfang April aus verhandlungsnahen Kreisen erfahren, dass die Telekom den Verkauf ihrer rund 18.000 Funkstandorte in Deutschland derzeit vorantreibt.Mit der Veräußerung der Funkturm-Palette, die einzelne Mobilfunkantennen auf Hausdächern als auch mehrere 100 Meter hohe Fernsehtürme umfasst, könnte die Bonner Telekom ihre Finanzverbindlichkeiten von zuletzt rund 61 Milliarden Euro weiter reduzieren.

Vorstandschef Kai-Uwe Ricke hat den Abbau des Schuldenbergs zu einem zentralen Geschäftsziel der Telekom erklärt. Allein bis Ende 2003 sollen die Verbindlichkeiten auf rund 50 Milliarden Euro gedrückt werden. Seit November hat das Unternehmen bereits Vermögenswerte von rund 4,6 Milliarden Euro veräußert, darunter das TV-Kabelgeschäft und Anteile an der Internettochter T-Online sowie dem russischen Mobilfunkbetreiber Mobile Telesystems (MTS).

Die Telekom erwägt seit längerem, sich auch von der Mehrheit an der Deutschen Funkturm GmbH zu trennen. Nach einem Verkauf würde die Telekom einen Teil der Funkstandorte zur weiteren Nutzung zurückmieten. In der Tochtergesellschaft sind vor allem die deutschen Mobilfunk-Standorte von T-MobileÄTMOG.ULÜ gebündelt. Zudem gehören zur Firma zahlreiche andere Funktürme, die zur Übertragung von Radio-, Fernseh- oder Richtfunk-Signalen genutzt werden.

Ebenfalls zur Tilgung milliardenschwerer Verbindlichkeiten hat sich bereits France Telecom von der Mehrheit an seiner Funkturm-Tochter Telediffusion de France (TDF) für 1,6 Milliarden Euro getrennt. Käufer waren der Finanzinvestor Charterhouse und die staatliche französische Bank CDC.

Die Aktie der Deutschen Telekom gewann zum Wochenschluss rund ein Prozent auf knapp 12,40 Euro. Das Papier tendierte bis zum Nachmittag damit besser als der Deutsche Aktienindex, der zugleich knapp ein Prozent im Minus lag.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×