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18.03.2003

11:10 Uhr

Schulden werden weiter abgebaut

Vögele bleibt in schwarzen Zahlen

Die Schweizer Textileinzelhandelsgruppe Vögele hat ihre Schulden im Griff. Der Abbau der Verbindlichkeiten und Lagerbereinigungen stehen aber auch in diesem Jahr im Vordergrund.

Reuters PFÄFFIKON. Zu der Frage, wie sich Umsatz und Gewinn entwickeln dürften, konnte der seit Dezember 2001 tätige Konzernchef Daniel Reinhard auf der Bilanzmedienkonferenz vom Dienstag wenig sagen. Das werde von der Konsumentenstimmung abhängen, die auch 2003 gedrückt bleiben dürfte.

Im Jahr 2002 steigerte Vögele den Gewinn von 800 000 Franken auf 15,9 Millionen Franken. Der Nettoumsatz in den 775 Vögele-Filialen sank um 8,1 Prozent auf 1,499 (1,631) Milliarden Franken. Eine Dividende soll wie schon im letzten Jahr nicht ausgeschüttet werden. Die Börse reagierte positiv. Die Vögele-Aktie stieg bis zum frühen Nachmittag um 4,40 Franken oder gut 27 Prozent auf 20,30 Franken. Vor knapp einem Jahr notierte die Aktie auf 67 Franken. Eine wichtige Kenngrösse ist für die Gruppe der Betriebserfolg Ebitda, der im Berichtsjahr trotz des Umsatzrückgangs auf 165 Millionen von 127 Millionen im Vorjahr stieg.

Das Ebitda-Niveau sollte Vögele auch 2003 halten können. "Wenn die Lage so bleibt wie in den ersten zwei Monaten, werden wir das operative Ergebnis halten können", so der Konzernchef. "Der Start (in 2003) ist uns gelungen, die Ziele haben wir ganz klar erreicht." Allerdings sei Vögele auf einen Umsatzrückgang in 2003 vorbereitet, im besten Fall dürfte der Umsatz stabil bleiben.

Im Laufe des Jahres soll der auf drei Jahre ausgelegte Kreditrahmen von 577 Millionen Franken in drei Tranchen um gut 100 Millionen Franken reduziert werden. Weitere 75 Millionen Franken sollen in 2004 folgen, so dass die Kreditlinie per 1.1.2005 auf 400 Millionen Franken lauten soll. Insgesamt sank die Nettoverschuldung auf 432 Millionen von 597 Millionen Franken im Vorjahr. Die Lagerbestände, die in 2002 auf 347 Millionen Franken von 448 Millionen Franken im Vorjahr reduziert wurden, sollen nach Reinhards Worten weiter schrumpfen. Reduziert werden soll auch die Zahl der Marken und der Lieferanten.

Ausserplanmässige Goodwill-Abschreibungen habe Vögele nicht vornehmen müssen, sagte Finanzchef Felix Thöni. Bei der deutschen Mac-Fash-Gruppe habe sich die Frage gar nicht gestellt. Bei den niederländische Kien-Länden sei sie geprüft worden mit dem Ergebnis, dass kein Abschreibungsbedarf bestehe.

Wichtigster Ertragspfeiler der Gruppe ist weiterhin die Schweiz, wo Vögele mit einem Umsatz von 567 (Vorjahr 606) Millionen Franken und einem Ebitda von 90 (61) Millionen Franken auch Marktführer ist. In Deutschland, wo Vögele sich mit einem Umsatz von umgerechnet 526 (579) Millionen Franken etwa als die Nummer sechs sieht, erreichte die Firma beim Betriebserfolg die Gewinnschwelle nach einem Verlust von 15 Millionen Franken im Vorjahr. Analysten hatte für Vögele im Durchschnitt bei einem Nettoumsatzrückgang auf 1,521 Milliarden Franken einen Reingewinn 27,7 Millionen Franken erwartet.

Im laufenden Jahr dürfte der Finanzaufwand trotz der Schuldenreduktion nicht wesentlich zurückgehen, sagte der Finanzchef. Offenbar sind die Konditionen des Mitte letzten Jahres neu ausgehandelten Kreditrahmens schlechter als davor. Auch bei Abschreibungen und Goodwill-Amortisationen dürfte sich nicht viel ändern. Die Steuerbelastung dürfte zwar etwas sinken, aber oberhalb dem vom Finanzchef theoretisch errechneten Satz von 25 Prozent bleiben. Mit 41,7 Millionen Franken war die Steuerbelastung massiv höher ausgefallen als erwartet.

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