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04.06.2000

19:00 Uhr

dpa MONTE CARLO. Das Glück hat Michael Schumacher ausgerechnet im Spielerparadies Monte Carlo im Stich gelassen. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen schien beim Großen Preis von Monaco einem sicheren und souveränen Sieg entgegen zu fahren, als ihn ein Defekt am rechten Vorderrad aus allen Träumen riss.

Nach Schumachers Ausscheiden in der 57. Runde war der Weg für David Coulthard frei. Der schottische Silberpfeil-Pilot feierte beim siebten WM-Lauf seinen zweiten Saisonsieg. Rubens Barrichello (Brasilien) konnte als Zweiter im Fürstentum die Ferraristi nur etwas trösten. Giancarlo Fisichella wurde Dritter.

Trotz seines Riesenpechs behauptete Schumacher die Spitzenposition in der Fahrer-Wertung. Der Ferrari-Star liegt mit 46 Punkten nun zwölf Zähler vor Coulthard (34). Mika Häkkinen (29), der gestern Sechster wurde, fiel im zweiten McLaren auf den dritten Gesamtrang zurück.

Noch schlimmer als seinen Bruder erwischte es Ralf Schumacher: Der 24 Jahre alte Williams-BMW-Pilot baute in der St. Devote-Kurve an vierter Stelle liegend einen Unfall und humpelte zur Leitplanke. Schumacher musste wegen einer blutenden Schnittwunde an der linken Wade im Krankenhaus ärztlich behandelt werden. Es war sein zweiter Ausfall in Folge nach dem Nürburgring vor zwei Wochen und das dritte Saison-Aus insgesamt.

Heinz-Harald Frentzen verlor in der 71. von 78 Runden den sicher geglaubten zweiten Platz. Der Jordan-Pilot rollte nach einem Schlag an die Leitplanke aus. Der zweite Mönchengladbacher, Nick Heidfeld (Prost-Peugeot), kam als einziger Deutscher ins Ziel - als Achter.

Michael Schumacher bog in der 49. Runde - klar in Führung liegend - zum Tanken und Reifenwechsel in die Box. Das Schicksal traf "Schumi I" sieben Umdrehungen später hart. Wegen einer zu heiß gewordenen rechten Vorderrad-Aufhängung wegen eines abgebrochenen Auspuffs musste er förmlich an die Box zurückkriechen.

Für Häkkinen war das Rennen praktisch in der 37. Runde gelaufen. Wegen eines technischen Defektes stand der 31 Jahre alte Finne 53,2 Sekunden lang an der Box, ehe er sich als Vorletzter mit einer Runde Rückstand auf Michael Schumacher wieder einreihte.

Ungeachtet der gestrigen Enttäuschung gibt es für Schumacher-Anhänger möglicherweise bald einen neuen Fanartikel - die Schumi-Aktie. Sein Manager Willi Weber erwägt, das Merchandising-Geschäft mit dem teuersten Sportstar der Welt an die Börse zu bringen. "Wir sind schon länger am Überlegen, eine Konstruktion zu finden, um an die Börse zu gehen", sagte der Geschäftsmann. "Das spukt mir im Kopf herum."

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