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06.02.2002

13:32 Uhr

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Schumacher stellt neuen Ferrari vor

Als letztes Top-Team und reichlich spät hat Ferrari seinen neuen "Roten Renner" vorgestellt. Aber Michael Schumacher will alles tun, dass die Italiener und er die Ersten bleiben.

dpa MARANELLO/ITALIEN. Bei der feierlichen Zeremonie am Mittwoch in Maranello versprach der viermalige Weltmeister: "Ich werde alles tun, dass Ferrari weiterhin die Nummer 1 bleibt." Zum Entzücken der Ferraristi kündigte der ausschließlich italienisch sprechende Schumacher an: "Wir haben tolle Ergebnisse erzielt, aber wir wollen noch mehr." Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sagte im Hinblick auf die Titelgewinne in der Fahrer- und Konstrukteurswertung: "Erstmals fordere ich nicht, dass ihr besser werden müsst als im Vorjahr. Das gleiche Ergebnis wie 2001 wäre super."

Ohne großes Brimborium zogen die erstmals in Rennoveralls und nicht in feinen Zwirn gekleideten Schumacher und sein Stallgefährte Rubens Barrichello um 11.10 Uhr das knallrote Tuch von dem eben so roten Ferrari. Der neue F2002 unterscheidet sich vom Vorgängermodell durch eine etwas höhere Nase, ein sehr schmales Heck, stark abfallende Seitenkästen und einen schräg nach oben führenden, verkleideten Auspuff. Zur Überraschung vieler Experten entschied sich der Technische Direktor Ross Brawn für eine konventionelle Vorderradaufhängung und verzichtete auf eine Kopie des revolutionären Modells des Konkurrenten McLaren-Mercedes.

Der neue Motor 051 soll um die 860 PS leisten und hat wieder einen 90 Grad-Winkel. Der Zehnzylinder wiegt weniger, schluckt weniger Sprit und hat einen tiefer liegenden Schwerpunkt. "Das ist der beste Ferrari seit eh und je", schwärmte Chef-Designer Rory Byrne.

"Um einen Schritt nach vorn zu machen, mussten wir etwas riskieren. Deshalb hatten wir eine so lange Entwicklungsphase und daraus resultierend wenig Zeit fürs Testen", rechtfertigte Brawn die späte Fertigstellung. Es hänge von den jetzigen Testfahrten ab, ob Ferrari beim Grand-Prix-Auftakt am 3. März in Melbourne mit dem alten F2001 oder dem neuen Modell antreten werde. Schumacher kann die "Jungfernfahrt" voraussichtlich am Samstag machen. Um die knappe Zeit wenigstens optimal nutzen zu können, setzen die Italiener erstmals zwei Testteams ein. Die Testpiloten Luca Badoer und Luciano Burti fehlten sogar bei der Präsentation, um parallel in Mugello Reifen auszuprobieren.

Schumacher drückte vor den etwa 900 Gästen in der künftigen Motorenabteilung im Stammwerk seine Verbundenheit mit den "Roten" aus. "Ferrari ist meine Familie", las der 33 Jahre alte Kerpener in flüssigem Italienisch vom Blatt ab. "Es gibt nichts Schöneres, als mit Ferrari zu siegen." Di Montezemolo strich Schumachers herausragenden Anteil am Höhenflug der Scuderia heraus: "Michael ist immer da, wenn man ihn braucht." Ein besonderes Lob sprach der Präsident Barrichello für seine "Wasserträgerdienste" aus: "Rubens ist ein entscheidender Faktor gewesen, dass Ferrari beide Titel gewinnen konnte." Der Brasilianer spielte brav seine Nebenrolle. "Ich werde wieder alles tun, damit Ferrari beide Weltmeisterschaften gewinnt", sagte er.

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