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21.05.2000

18:30 Uhr

dpa MÜNCHEN. Deutsche Behörden sind gegen Angriffe aus dem Internet oder Viren wie "I love you" nach Ansicht eines Sicherheitsexperten nicht ausreichend geschützt. "Die Sicherheitsvorgaben an Behörden sind nicht hoch genug", sagte der Europavorsitzende der AFCEA, Sigurd Hess, in einem dpa-Gespräch in München. Die "Armed Forces Communications und Electronics Association" ist ein internationaler Fachverband mit 45 000 Mitgliedern und beschäftigt sich mit der Sicherheit beim Informationsaustausch.

Hess sagte, Behörden würden sich im allgemeinen nicht viel Mühe beim Aufbau von Sicherheitssystemen geben. Vor allem große Verwaltungsapparate hätten Schwierigkeiten, sich den in der Computerindustrie üblichen Innovationszyklen von ein bis zwei Jahren anzupassen. Behörden daraufhin zu sensibilisieren, sei eine Sisyphusarbeit. Hess forderte Datenschutzteams in allen größeren deutschen Behörden, die Angriffen aus dem Internet vorbeugen und rasch eingreifen. "Notfalls müssten Spezialisten aus anderen Bereichen eingestellt werden", sagte Hess. Außerdem sei mehr Eigeninitiative bei den Behörden gefragt.

Nach den Worten des Konteradmirals a.D., der bei der Bundeswehr unter anderem für Informationssicherheit verantwortlich war, besteht beim Militär dagegen kaum Gefahr durch Computerkriminelle. Sensible Daten der Armee seien ausreichend geschützt. Auch Online-Banking sei ausreichend sicher. "Wer Kontendaten knacken will, muss erheblichen Aufwand betreiben", sagte Hess. "Sicherheitsrisiken können aber nie ganz ausgeschlossen werden", sagte Hess. Um Sicherheit müsse sich jede einzelne Institution kümmern. Der Staat dürfe dem Internet keine strangulierenden Regularien auferlegen. Die Stärke des Internets sei dessen Offenheit.

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