Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2003

10:29 Uhr

Schwache Konjunkturdaten für Deutschland

Euro-Kurs fällt unter 1,0730 Dollar

Der Euro hat am Montag in einem technisch geprägten Handel Kursverluste zum Dollar verzeichnet.

Reuters LONDON. "Wir haben überhaupt nichts besonders Wichtiges gehört. Der Euro ist nur unter die Unterstützungsmarke bei 1,0730 Dollar gesunken und das ist im Moment der Hauptantrieb des Marktes", sagte ein Händler einer europäischen Bank. Der Fall unter diese Marke habe automatisch zur Ausführung von Kaufaufträgen für den Dollar geführt und den Kurs der US-Währung steigen lassen.

Der langfristige Ausblick für den Dollar bleibt Händlern zufolge aber angesichts eines immer wahrscheinlicher werdenden Krieges gegen Irak schwach.

Der Euro notierte gegen 10.00 Uhr MEZ bei 1,0704/07 Dollar, nachdem er am Freitagabend in New York noch mit 1,0771/75 Dollar aus dem Handel gegangen war.

Zum Yen war der Dollar zeitweise um mehr als einen Yen auf fast 123 Yen gestiegen. Grund dafür war Händlern zufolge ein Medienbericht, in dem über die Nachfolge von Masaru Hayami an der Spitze der japanischen Notenbank (BOJ) spekuliert wurde. Nachdem die Spekulationen von der japanischen Regierung zurückgewiesen wurden, gab der Dollar wieder auf zuletzt 120,66/71 Yen nach.

Deutsche Konjunkturdaten zeigten am Montag, dass der deutsche Einzelhandel im Jahr 2002 erstmals seit fünf Jahren weniger umsetzte. Die Umsätze blieben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes real um 2,3 Prozent hinter dem Ergebnis von 2001 zurück. Im Dezember brachen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat preisbereinigt überraschend deutlich um 3,2 Prozent ein. Zum November sanken die Umsätze saisonbereinigt real um 0,7 Prozent.Von Reuters befragte Analysten hatten einen realen Anstieg zum Vormonat um 0,9 Prozent und zum Vorjahresmonat ein reales Minus von 1,9 Prozent prognostiziert. Zuletzt hatte es 1997 einen Umsatzrückgang im Einzelhandel gegeben, der jedoch geringer ausgefallen war als 2002.

In der deutschen Industrie verlangsamte sich unterdessen der Abschwung im Januar einer Umfrage unter Einkaufsmanagern zufolge überraschend deutlich. Der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) für Deutschland stieg im Januar auf 48,3 von revidiert 47,0 Punkten im Vormonat, wie die Forschungsgruppe NTC am Montag mitteilte, die den Index gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) für Reuters ermittelt. Mit einem Wert unter 50 Zählern signalisierte der Index den sechsten Rückgang der Geschäftstätigkeit in Folge. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Anstieg auf 47,2 Punkte prognostiziert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×