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21.07.2000

17:42 Uhr

Schwache Nachrichtenlage

Neuer Markt: Wachstumswerte tendieren schwächer

Tendenziell wird der deutsche Markt von Händlern mit Verweis auf den konjunkturellen Aufschwung in Europa jedoch besser als die US-Technologiebörse eingeschätzt

Reuters FRANKFURT. Bei dünnen Umsätzen und schwacher Nachrichtenlage hat der Frankfurter Neue Markt am Freitag schwächer tendiert und vor Schluss auf den Tagestiefständen gelegen. Der Nemax-50 der wichtigsten Unternehmen des Segments gab bis 17.30 Uhr MESZ um 2,1 % auf 6263 Punkte nach. Der alle Neuen-Markt-Werte umfassende Nemax-Index verlor 1,7 % auf 5550 Zähler. Damit gewann der Nemax-All-Share-Index im Wochenvergleich gut 160 Punkte hinzu, der Nemax50-Index gut 150 Punkte. Wie erwartet gaben die US-Börsen am Freitag nach. Der Nasdaq-Composite-Index büßte rund zwei Prozent auf 4110 Punkte ein und verlor im Wochenvergleich damit 140 Punkte.

Tendenziell wird der deutsche Markt von Händlern mit Verweis auf den konjunkturellen Aufschwung in Europa besser als die US-Technologiebörse eingeschätzt. Händler führten den Abwärtstrend bei den Wachstumswerten am Freitag auf die schwache Nachrichtenlage zurück. "Es fehlen einfach Anschluss-Aufträge", sagte ein Händler. Es ist sei mal wieder abwarten angesagt, urteilte ein anderer Händler. Zudem sei nun Ferienzeit, was sich in dünnem Ordervolumen niederschlage. Händler führten auch die von Problemen in der Handysparte ausgelöste Gewinnwarnung des schwedischen Telekommunikationskonzerns Ericsson als Grund für die schwächeren Kurse an. Die Quartalsergebnisse in den USA träfen zudem zumeist nur die bereits reduzierten Erwartungen der Analysten, hieß es.

Deutliche Kursabschläge von rund zehn Prozent auf 33 Euro mussten die Aktien der b.i.s. börsen-informations-systeme AG hinnehmen. Die Anleger hätten sich auf die voraussichtliche Nichteinhaltung der geplanten Gewinnzahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit Verkäufen reagiert, sagte ein Händler. Ebenfalls unter Druck gerieten Pankl Racing (minus 13 % auf 33,50 Euro) und Artnet (minus neun Prozent auf 7,20 Euro). Vor der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen verloren DCI neun Prozent auf 42,30 Euro. Einem Börsendienst zufolge muss das Unternehmen im traditionell stärkeren zweiten Halbjahr eine deutliche Umsatzsteigerung vollziehen, um die Prognosen zu erfüllen.

Bei mehreren Börsenneulingen kam es zu Gewinnmitnahmen. Die Titel des Börsenneulings Artstor AG kamen zum Wochenausklang um minus elf Prozent auf 24,80 Euro zurück. Nachdem die zu zwölf Euro emittierten Aktien am Donnerstagmorgen mit 39 Euro ihren bisherigen Höchststand erreicht hatte, würden die Anleger erst einmal ihre Gewinne realisieren, sagten Marktteilnehmer. Beim Börsenneuling Focus Digital ging es ebenfalls um zehn Prozent auf 13 Euro abwärts, womit die Titel den niedrigsten Kurs seit der Emission verzeichnen. Die am Donnerstag zu 18,50 Euro ausgegebenen Curasan verloren 13 % auf 27,10 Euro. Gegen den Negativtrend konnten Tria Software deutliche Gewinne verbuchen, nachdem eine Tochter einen Auftrag von der BMW Group erhalten hatte. Die Aktien kamen von einem Tageshoch bei 38 Euro auf 34 Euro (plus 14 %). Deutliche Gewinne verzeichneten auch E.Multi (plus 35 Prozent auf 15,20 Euro) und Brain Force (plus zehn Prozent), die einem Börsenbrief zufolge den Vorstand erweitern wollen.

Die beiden Börsendebütanten LetsBuyIt.com und Genescan Europe lagen im späten Handel über ihren Ausgabepreisen. Die Aktien des Internethändlers LetsBuyIt.com notierten bei 4,70 Euro, nachdem die Aktien zu 3,50 Euro ausgegeben wurden. Zwischenzeitlich erreichte das Papier ein Hoch von 6,5 Euro. Die mit 39,50 ausgegebenen Titel des Biotechnologie-Unternehmens GeneScan Europe AG kamen von einem Auftaktkurs bei 83 Euro auf 61,50 zurück. Am Montag will die auf Patientensoftware spezialisierte Nexus AG an die Börse gehen. Im vorbörslichen Handel wurden die Titel unter dem Ausgabepreis von zehn Euro notiert.

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