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05.02.2001

20:12 Uhr

Schwache Rendite soll massiv steigen – Aktie legt deutlich zu

Hypo-Vereinsbank bündelt Geschäft mit Immobilien-Finanzierungen

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) baut das Geschäft mit professionellen Immobilienkunden um. Wie die Bank gestern mitteilte, reagiere der Konzern damit auf die deutlichen Veränderungen auf den Immobilienmärkten. Zudem sollen erhebliche Synergien realisiert werden. Die Aktie der HVB war mit einem Plus von über 4 % gestern Tagesgewinner im Dax.

jojo/cbu/hjk/rob MÜNCHEN/FRANKFURT. Wie der zuständige HVB-Vorstand Claus Nolting in München ankündigte, sollen zunächst vier Hypotheken-Töchter unter einem Dach zusammengefasst werden. Bis Herbst werden die Nürnberger Hypothekenbank, die Süddeutsche Bodencreditbank (Südboden) und die Westfälische Hypothekenbank auf die Bayerische Handelsbank verschmolzen. Letztere soll dann umfirmieren, ein neuer Name stehe noch nicht fest.

Nolting sagte, derzeit würden die Bewertungsverfahren laufen. Die HVB wird nach Schätzungen an der neuen Bank mit etwa 80 bis 90 % beteiligt sein. Der Rest ist Streubesitz. In einem zweiten Schritt wird 2002 auch das professionelle Immobilien-Geschäft des Konzerns in die neue Tochter eingebracht. Dadurch wird sich der Streubesitz verringern. Das Immobiliengeschäft mit Privatkunden bleibe bei der Mutter.

Außen vor bleibt auch die Württembergische Hypothekenbank. "Wir wollen uns alle strategischen Optionen in Baden-Württemberg offen halten", sagte Nolting. Es gebe aber keinen aktuellen Anlass. Seit längerem ist die HVB an einem Einstieg bei der BW-Bank interessiert, um die in diesem Bundesland schwache Präsenz zu erhöhen. Die BW-Bank ist auch an der Württembergischen Hypo beteiligt.

Die neue Immobilienbank, die auch das Auslandgeschäft im Bereich Immobilien betreuen soll, ist nach HVB-Angaben mit rund 200 Mrd. Euro Bilanzsumme neuer Marktführer in Europa. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die Nachsteuer-Rendite im Immobilienbereich der HVB bis spätestens 2005 auf 13 bis 15 % zu steigern. Derzeit erwirtschaftet der Konzern etwa 5 %, die Hypothekenbank-Töchter etwa 10 % Rendite. Unter anderem soll der Umbau Synergien von 160 Mill. Euro im Jahr bringen. Dazu werde die Zahl der Standorte deutlich verringert. Über einen möglichen Personalabbau wollte sich Nolting nicht äußern. In 2001 würden Aufwendungen von 100 Mill. Euro anfallen, hieß es lediglich.

Nolting wird Vorstandschef

Nolting wird Vorstandschef der neuen Einheit und im Konzernvorstand bleiben. Konzernchef Albrecht Schmidt zeigte sich zuletzt unzufrieden mit der Gewinnentwicklung im Immobiliengeschäft. Er hatte aber früher immer eine Zusammenfassung der Hypothekentöchter abgelehnt. Nolting meinte dazu, dass die veränderten Marktbedingungen jetzt einen Strategiewechsel notwendig gemacht hätten. Nicht mehr Marktanteile seien im Immobiliengeschäft entscheidend, sondern die Renditen. Deshalb komme jetzt das gesamte Immobilien-Portfolio auf den Prüfstand. In den vergangenen Jahren hatte die HVB milliardenschwere Wertberichtigungen im Immobiliengeschäft vorgenommen.

Auch Deutsche-Bank-Chef, Rolf-E. Breuer, will die Dienstleistungen der Tochter Eurohypo neu ausrichten und damit aus Ertragssicht attraktiver machen. Er räumte gegenüber dem Handelsblatt allerdings ein, dass die Hypothekenbank erst am Anfang steht. Die Hypobanken müssten sich bemühen, ihre Beratungsdienstleistungen auszubauen. Es gehe hier um Finanzierungen gegen Gebühren und um die Strukturierung von Finanzbedürfnissen. Die Spezialinstitute könnten künftig nicht mehr nur als Kreditgeber auftreten. Wenn das gelinge, hätten die Hypothekenbanken eine Zukunft. Das Geschäft bei der Eurohypo laufe rund. Sie zähle aber nicht zu den profitabelsten Töchtern, da viel Kapital gebunden werde und die Gewinnmargen eher gering seien.



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