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05.01.2001

19:17 Uhr

Schwache US-Märkte dominierten europäische Märkte

Europäische Börsenwerte gaben Anfangsgewinne ab

Trotz der besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten für Dezember sei die Sorge vor einer Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums nicht ausgeräumt, sagten Händler. Auch die US-Notenbank, die am Donnerstag nach Börsenschluss an der Wall Street überraschend eine zweite Senkung des symbolischen Diskontsatzes vorgenommen hatte, sei offensichtlich besorgt, hieß es weiter.

Reuters DÜSSELDORF. Der technologielastige US-Technologieindex Nasdaq Composite lag gegen Handelsschluss in Europa 4,25 % tiefer bei 2457,58 Zählern. Auch der Dow Jones tendierte zu dem Zeitpunkt 1,75 % im Minus bei 10 712 Zählern.
Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum Abend (MEZ) um 0,63 % auf 4505,65 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,36 % auf 4735,66 Punkte nachgab.



London - Leichte Zugewinne - Telekomwerte gefragt

An der Londoner Börse wurden Händlern zufolge vor allem Telekom - und Technologiewerte nachgefragt. Die Anleger hofften darauf, dass sich die US-Zinssenkungen positiv auf diese stark konjunkturabhängigen Branchen auswirkten, hieß es. Spürbar sei jedoch die Sorge um den weiteren Verlauf der US-Konjunktur gewesen, sagten Händler. Der FTSE stieg mit 0,2 % verhalten auf 6198,1 Punkte. Zulegen konnten unter anderem die Schwergewichte Vodafone und British Telecom, deren Aktien 1,36 % auf 244,17 Pence beziehungsweise 2,77 % auf 630,50 Pence gewannen. Unter den Technologie-Werten verbuchten ARM ein Plus von 1,2 % auf 508 Pence.



Zürich - Leichter - Bankentitel geschwächt

Die Schweizer Börse wurde am Freitag von verschiedenen Faktoren belastet und hat deutlich schwächer geschlossen. Anhaltende Gewinnmitnahmen in den defensiven Werten, grosse Verluste in den US-Aktien und leicht gedämpfte Zinshoffnungen hätten vor allem im späteren Geschäft Abgabewellen ausgelöst, sagten Händler. Der SMI Index sackte 1,62 % ab auf 7985,6 Zähler. Gerüchte, wonach die Bank of America derivate Verluste und Probleme bei ausstehenden Krediten habe, belasteten die Finanzwerte, die sich zunächst noch gut gehalten hatten. CS Group fielen um 2,5 % und Swiss Re und Zurich notierten um rund 3 % schwächer. Die beiden Schwergewichte Nestle und Novartis setzten wie am Vortag den Abwärtstrend fort. Novartis verloren über vier und Nestle 1,5 %. Roche sanken 0,62 % auf 16 045 sfr.



Paris - Verluste in zahlreichen Branchen

In Paris drehte das Börsenbarometer im Verlauf des Nachmittagshandels, wobei die Aktien branchenübergreifend Kurseinbußen erlitten. Ursache war Händlern zufolge die erneute Sorge über die Entwicklung der US-Konjunktur. Trotz der jüngsten Zinssenkungen bleibe das Aufwärtspotenzial begrenzt, sagten Händler. Der CAC40 verlor bis Handelsschluss einen Prozent auf 5758,02 Punkte. Versicherungswerte wie Axa und AGF fielen jeweils über 3 %. Alcatel gaben im Handelsverlauf sämtliche Gewinne ab und schlossen wie auch STM Microelectronics über vier Prozent tiefer. France Telecom verloren ebenfalls, konnten den Handel jedoch noch leicht im Plus bei 92,95 Euro beenden.



Mailand - Zuwachs bei anhaltender Skepsis

Die italienischen Aktienwerte haben am Freitag etwas angezogen. Der Mib30 schloss die letzte Wochensitzung 0,59 % im Plus bei 42 992 Punkten. Der Markt ist Börsianern zufolge zwar bereit für eine Rally, jedoch sind viele Investoren noch skeptisch und wollen die Wirtschaftsentwicklung in den USA abwarten. Umsatzstark und stark schwankend präsentierten sich die Papiere von Medienwert Seat, die nach anfänglichen Gewinnen kräftig ins Minus drehten und 5,14 % im Minus bei 1,9 Euro schlossen. Dagegen stiegen die Papiere von Olivetti und TIM jeweils deutlich über zwei Prozent. Verkauft wurden gemäß dem europäischen Branchentrend die Papiere des Versicherers Generali, die sich um 2,47 % verbilligten.

Madrid - Gut behauptet - Telefonica stützt Markt

An der Börse in Madrid haben die Aktien gut behauptet geschlossen. Der Ibex beendete den Handelstag 0,04 % höher bei 9601,4 Zählern. Die Gewinne des Börsenriesen Telefonica hätten dem Gesamtmarkt Unterstützung verliehen, hieß es. Deren Aktien verteuerten sich um 1,63 % auf 19,15 Euro. Terra Lycos verbilligten sich stattdessen im Sog schwacher Nasdaq-Vorgaben 4,78 % auf 12,15 Euro. Unter Druck standen auch Endesa, deren geplante Fusion mit Iberdrola Branchenbeobachtern zufolge vom Markt missbilligt wird. Die Aktien fielen um 1,68 % auf 18,68 Euro. Die Banken gaben einen Teil ihrer Gewinne ab, nachdem Spekulationen an der Börse über Verluste in Derivat- und anderen Handelsgeschäften bei der Bank of America die Branche belasteten.

Amsterdam - Nach US-Handelsauftakt ins Minus gedreht

Die niederländischen Aktienwerte konnten an ihre Vortagesgewinne nicht anschließen und schlossen nach anfänglichen Gewinnen im Minus. Die Drehung des Börsenbarometers sei auf die schwachen Vorgaben von den US-Märkten zurückzuführen, sagten Händler. Dort mehrten sich die Anzeichen auf eine deutliche Verlangsamung der US-Wirtschaft, hieß es. Der AEX beendete die Sitzung 0,5 % tiefer bei 635,8 Punkten. Einer schwachen US-Technologiebörse Nasdaq trotzten die Technologiewerte. Das Schwergewicht Philips verteuerte sich 3,3 % auf 40,55 Euro, ASM Lithography gewannen 3,3 % auf 26,71 Euro. UPC verloren 5,96 % auf 11,52 Euro. Experten machten nach dem 29,8-prozentigen Kurssprung vom Donnerstag Gewinnmitnahmen hierfür verantwortlich.



Wien - Fester - Bank Austra unterstützen Index

Die Aktien der Bank Austria haben Händlern zufolge dem Wiener Leitindex ATX zu einer guten Tendenz verholfen. Die stark gehandelten Papiere der Bank seien wie üblich mit denen des Fusionspartners Hypovereinsbank gestiegen, sagte ein Händler. Zum Ende der Sitzung notierte Bank Austria 3,29 % im Plus bei 64,05 Zählern und unterstützte das Börsenbarometer auf einen Schlussstand von 1,54 % höher auf 1080,38 Zähler. Auch die Erste Bank konnten 3,13 % auf 49,5 Euro zulegen. Umsatzstark und freundlich zeigten sich Telekom Austria, die 3,15 % auf 6,55 Euro kletterten. Der zweite Telekomwert Cybertron folgte seinem Branchenmitstreiter und verteuerte sich 2,74 % auf 5,25 Euro. Unter Druck standen dagegen Libro, die Händlern zufolge auf einen Zeitungsartikel reagierten, wonach die Internet-Tochter lion.cc die Mutter finanziell zu sehr belaste. Libro gaben 14,81 % auf 16,10 Euro nach.



Brüssel - Finanzwerte uneinheitlich

In Brüssel sorgte Börsianern zufolge die uneinheitliche Tendenz der Finanzwerte für einen kaum veränderten Index Bel 20. Dieser beendete die Sitzung nahezu unverändert um 0,04 % tiefer bei 3013,55 Punkten. Der Markt sei nach den Zinssenkungen verunsichtert über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur, hieß es. Gleichzeitig fehlten kursrelevante Unternehmensnachrichten. Einem Zuwachs von 0,85 % auf 35,6 Euro des Schwergewichts Fortis stand ein Verlust von 1,61 % auf 183 Euro bei Dexia gegenüber.



Stockholm - Verkürzter Handel

Die Stockholmer Börse hat im verkürzten Handel am Freitag bei geringen Umsätzen fester geschlossen. Der OMX stieg um 0,61 % auf 1 072 Zähler. Da die US-Arbeitsmarktdaten erst nach Schließung des schwedischen Handels um 13.00 Uhr MEZ veröffentlicht wurden, hätten sich viele Investoren bereits ins verlängerte Wochenende verabschiedet, sagten Marktteilnehmer. Das Schwergewicht Ericsson gab seine Anfangsgewinne wieder ab und beendete die Sitzung ein skr tiefer bei 109,50 skr. Nokia stiegen um 6,5 skr auf 424 skr.

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