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09.02.2001

12:41 Uhr

Schwache US-Technologiebörse Nasdaq bereitet Sorge

Europäische Börsen mehrheitlich leichter

Die europäischen Börsen haben am Freitag mehrheitlich nachgegeben. Weiterhin Sorge bereitet den Anlegern Händlern zufolge die Schwäche der US-Technologiebörse Nasdaq, die insbesondere die europäischen Telekom - und Telekomausrüsterwerte weiter unter Druck setzte. Anleger zögen es vor, sich angesichts der Unsicherheit vor dem Wochenende von den schwankungsanfälligen Werten zu trennen, sagten Händler.

Reuters. An den US-Märkten hatte der US-Technologieindex Nasdaq Composite am Donnerstag um 1,75 Prozent auf 2562,06 Punkte nachgegeben. Der Dow Jones hatte mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 10.880,55 Zählern geschlossen. Die schwachen Unternehmensergebnisse von Cisco, die am Dienstag veröffentlicht worden waren, hätten zwar keine Katastrophe verursacht, doch die Anleger seien spürbar vorsichtiger geworden, sagte ein Händler.

Der S&P-Future deutet mit einem Plus von zwei Punkten auf 1337 Zähler auf eine gut behauptete Eröffnung der Wall Street hin. Der Nasdaq-Future notierte 6,5 Punkte höher bei 2373 Zählern. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 12.00 Uhr MEZ um 0,83 Prozent auf 4403 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,85 Prozent auf 4613 Punkte nachgab.

LONDON - Wall Street belastet - Schwache Telekomwerte

An der Londoner Börse haben die Aktienkurse nach der schwachen Vorgaben der Wall Street auf breiter Front gesunken. Der Markt habe der Zinssenkung in Großbritannien wenig Aufmerksamkeit geschenkt, sagten Händler. Vielmehr machten sich die Anleger Gedanken über das Ausmaß der Konjunkturabschwächung in den USA. Verluste verzeichneten erneut die Telekomwerte. British Telecom , die bereits am Vortag neun Prozent nachgegeben hatten, fielen weitere 5,16 Prozent. Vodafone sanken 1,33 Prozent auf 223 Pence. Shell verteuerten sich Händlerangaben zufolge angesichts Rekordgewinne und eines Aktienrückkaufprogramms, das am Vortag angelaufen war. Die Titel notierten 2,31 Prozent höher. Der FTSE fiel bis zum Mittag 0,28 Prozent auf 6189,9 Punkte.

ZÜRICH - Kaum verändert

An der Schweizer Börse haben sich am Freitag die Kurse in engen Grenzen bewegt. Händler sprachen von einem ruhigen Geschäft, in dem Zurich Financial erneut mit schwächeren Kursen auffielen. Der Markt dürfte vor dem Wochenende ruhig bleiben, sagten Händler. Auch trugen Händlerangaben zufolge die schwachen Vorgaben aus den USA nicht zur Vertrauensbildung bei. Der SMI Index notierte 0,01 Prozent höher bei 7939,9 Punkten. Zurich, die am Vortag wegen einer Gewinnwarnung vorübergehend zehn Prozent eingebüsst hatten, schwächten sich um weitere 0,23 Prozent auf 850 sfr ab. Die anderen Finanzwerte bewegten sich mehrheitlich um den Vortagesschlusskurs. Die defensiven Werte Nestle, Novartis und Roche erfreuten sich angesichts der wiederum schwachen US-Technologieakten einer gewissen Nachfrage, sagten Händler. Roche stiegen 0,35 Prozent auf 15.670 sfr.

PARIS - Alstom widersetzen sich Börsenschwäche

In Paris widersetzten sich die Aktien des Energiekonzerns Alstom einer insgesamt gedämpften Stimmung. Händler sagten, Alcatel und Marconi hätten weniger Aktien von Alston verkauft als zuletzt angenommen worden war. Da die Unternehmen einen unerwartet hohen Preis für die Aktien verlangten, seien weniger Kauforder eingegangen, sagte ein Händler. Während der CAC40 im Sog schwacher Technologietitel 0,51 Prozent auf 5744 Zähler nachgab, gewannen Alstom 4,95 Prozent auf 27,57 Euro. Händler führten die Börsenschwäche auf negative Vorgaben von der US-Technologiebörse Nasdaq zurück. Alcatel büßten 2,33 Prozent auf 56,6 Euro ein.

MAILAND - Im Minus - Tiscali im Mittelpunkt

Die italienischen Aktienwerte haben bis zum Freitagmittag mehrheitlich an Wert verloren. Im Mittelpunkt standen die Aktien von Telekomwert Tiscali nach dem Rücktritt seines Vorstandsvorsitzenden. Die Titel gaben 3,03 Prozent auf 19,11 Euro nach. Einen neuen Chef empfängt die Fluggesellschaft Alitalia , deren Papiere 2,76 Prozent auf 1,94 Euro fielen. Papiere des Stromkonzerns Edison , der am Donnerstag der Enel ein Übernahmeangebot für sein Tochterunternehmen Elettrogen angekündigt hatte, lagen kaum verändert bei 10,56 Euro. Der Mib notierte am Mittag 0,8 Prozent tiefer bei 42.785 Zählern.

MADRID - Stromtitel unter Druck

An der madrilenischen Börse folgten die Aktien Händlern zufolge den negativen Vorgaben aus den USA. Der Ibex sank 1,12 Prozent auf 9908,3 Zähler. Unter Druck standen vor allem Titel des Stromkonzerns Iberdrola , nachdem E.ON dementiert hatte, Übernahmegespräche mit Iberdrola geführt zu haben. Die Aktie verlor zweitweise über drei Prozent und notierte am Mittag 1,82 Prozent tiefer bei 16,68 Euro, nachdem E.ON-Spekulationen den Kurswert am Donnerstag kräftig gesteigert hatten. Auch der gescheiterte Fusionskandidat Endesa gab parallel zum europäischen Branchenumfeld 0,16 Prozent auf 19,32 Euro nach. Telefonica schwächten sich weitere 2,19 Prozent auf 19,24 Euro ab.

AMSTERDAM - Vor dem Wochenende leichter

Die niederländischen Aktienwerte haben bis zum Mittag leicht nachgegeben. Einige Anleger wollten ihre Titel nicht über das Wochenende halten, begründete ein Händler den Verkaufsdruck. Der AEX gab 0,4 Prozent auf 624,48 Zähler nach. Philips, dessen Ergebniszahlen am Donnerstag die Erwartungen nicht erreicht hatten, sanken 1,78 Prozent auf 36,93 Euro. Unterstützt wurde das Börsenbarometer dagegen von Royal Dutch , die 2,3 Prozent auf 68,09 Euro zulegten, und Unilever mit einem Kursanstieg von 0,3 Prozent. Beide Unternehmen hatten am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die den Anlegern nach Angaben von Händlern gefallen hatten.

WIEN - Schwächer - Gewinnmitnahmen bei Wienerberger

Die österreichischen Aktienwerte tendierten am Freitag unter ihrem Vortageniveau. Der ATX gab 0,65 Prozent auf 1157,12 Zähler nach. Händler sprachen von geringen Umsätzen. Die Aktien von Wienerberger waren Händlern zufolge von Gewinnmitnahmen betroffen, nachdem die Titel bereits im Vorfeld der Bekanntgabe neuer Zahlen kräftig zugelegt hatten. Das Unternehmen hatte für 2000 ein Rekordergebnis und eine Dividendenerhöhung mitgeteilt. Gewinnmitnahmen drückten den Wert am Freitag 1,35 Prozent auf 21,9 Euro. Größter Verlierer waren die Papiere von BetandWin, die 1,48 Prozent auf sechs Euro sanken.

BRÜSSEL - Gut behauptet - GBL etwas erholt

In Brüssel präsentierte sich das Börsenbarometer gut behauptet. Der Bel20 lag 0,23 Prozent im Plus bei 3009,66 Zählern. Zu einer Erholung setzten die Aktien von Groupe Bruxelles Lambert (GBL) an, nachdem der Wert am Donnerstag unter Gewinnmitnahmen gelitten hatte. GBL gewannen 2,64 Prozent auf 287,4 Euro. Ihre Verluste vom Vortag setzten die Aktien von Solvay fort. Das Unternehmen hatte Händlern zufolge einen schwachen Gewinnausblick gegeben, worauf die Aktien den zweiten Tag in Folge an Wert verloren. Gegen Mittag notierten Solvay 2,84 Prozent tiefer bei 58,2 Euro. Indexschwergewicht Fortis lagen kaum verändert bei 33,7 Euro.

STOCKHOLM - Kursverluste von Nokia belasten

Die Stockholmer Börse hat sich vor dem Wochenende schwach präsentiert. Anhaltende Verkäufe der Nokia-Aktien hätten den positiven Einfluss der Kursgewinne von Haushaltswarenhersteller Electrolux vollständig aufgezehrt. Die Aktie von Electrolux stieg nach Vorlage guter Zahlen 5,34 Prozent auf 148 skr, während Nokia 5,42 Prozent auf 279 skr einbrachen. Den Abwärtstrend setzten auch die Papiere von Branchenmitstreiter Ericsson fort, die 4,9 Prozent auf 97 skr nachgaben. Der OMX sank indes 2,31 Prozent auf 1024,18 Punkte.

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