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29.04.2003

08:54 Uhr

Schwacher Dollar belastet

Schering bestätigt Ausblick für 2003

Trotz gesunkener Umsätze hat der Berliner Pharmakonzern Schering im ersten Quartal sein Betriebsergebnis vom Vorjahr fast erreicht.

Reuers BERLIN. Das exportorientierte Unternehmen, das besonders unter dem schwachen Dollar leidet, habe ein Ergebnis von 211 Mill. ? erzielt, teilte Schering am Dienstag mit. Schering konnte damit beim Betriebsergebnis die Erwartungen von Reuters befragter Analysten erfüllen. Sie lagen im Durchschnitt bei 208 Mill. ?. Schering erwartet im Gesamtjahr weiter ein prozentual hoch einstelliges Plus beim Betriebsergebnis. "Obwohl wir zusätzliche Risiken sehen, bestätigen wir unseren Ausblick für das Jahr 2003", erklärte Vorstandschef Hubertus Erlen. Man erwarte, dass der Währungseffekt sich im Laufe des Jahres abschwächen werde.

Betaferon- und Yasmin-Verkäufe weiter stark

Der Umsatz in Euro litt wie erwartet stark unter dem schwachem Dollar und Yen und gab um knapp sieben Prozent auf 1,159 Mrd. ? nach. Analysten waren hier im Durchschnitt von einem geringeren Rückgang ausgegangen. In Landeswährungen legte das Geschäft aber um rund sechs Prozent zu. Das wichtigste Präparat, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, konnte den Umsatz in Landeswährungen um 17 Prozent steigern. In den USA betrug das Plus sogar 26 Prozent. Ähnliches gilt für die neue Anti-Baby-Pille Yasmin, die bei den Neuverschreibungen in den USA kräftig zulegte und dort bereits einen Anteil von über sieben Prozent erreicht hat.

Dass das Betriebsergebnis nicht stärker zurückging, liegt Schering zufolge zum einen an Währungssicherungsgeschäften. Zum anderen nannte das Unternehmen verringerte Kosten bei betrieblichen Funktionen. Nach Reuters-Informationen aus Industriekreisen verbergen sich dahinter in erster Linie Einsparungen bei den Personalkosten. In vielen Bereichen werde nur noch zurückhaltend eingestellt, hieß es. Dagegen werde bei Forschung und Entwicklung aber nicht gespart.

Gelitten hat Schering den Kreisen zufolge aber auch unter den schwachen Währungen in Lateinamerika, die nicht gesichert werden können. Trotz geringerer Verkäufe habe Schering dort aber Marktanteile gewinnen können.

Beim Nettoergebnis musste Schering mit 127 Mill. ? einen Rückgang von rund zehn Prozent hinnehmen. Allerdings macht sich hier das Fehlen des Ergebnisbeitrages von der Beteiligung an dem Pflanzenschutzunternehmen Aventis CropScience bemerkbar, die an Bayer verkauft wurde. CropScience hatte in den ersten drei Monaten 2002 noch einen Ergebnisbeitrag von 23 Mill. ? geleistet. Dieser Effekt wird im zweiten Halbjahr allerdings wegfallen.

Probleme wegen Dollar waren bekannt

Schering hatte allerdings bereits bei der Hauptversammlung Anfang April darauf hingewiesen, dass der Dollar zum Euro im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent und zum Yen rund zehn Prozent schwächer notiere. Dies werde sich beim Umsatz auswirken. Schering-Vorstandschef Hubertus Erlen hatte bereits damals bekräftigt, dass man Umsatz in Landeswährungen und Ergebnis in Euro im Gesamtjahr im hoch einstelligen Bereich steigern wolle.

Schering verkauft mehr als die Hälfte seiner Produkte außerhalb des Euro-Raumes. In Deutschland erzielt das Unternehmen nur zehn Prozent seines Umsatzes.

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