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07.03.2003

17:45 Uhr

Schwacher US-Arbeitsmarkt belastet US-Dollar

Euro steigt deutlich über 1,10 Dollar

Der Euro-Kurs hat am Freitag seinen Anstieg fortgesetzt und sich deutlich über der Marke von 1,10 US- Dollar stabilisiert. Der sich immer deutlicher abzeichnende Irak- Krieg sowie die schwachen US-Arbeitsmarktdaten hätten den Dollar belastet, sagten Devisenexperten. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg des Euro.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 1,1043 $. Zwischenzeitlich hatte er mit 1,1066 Dollar ein neues Vierjahreshoch erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1039 (Donnerstag: 1,0963) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9059 (0,9122) Euro.

Der "katastrophale" US-Arbeitsmarktbericht zeige, in welch schwieriger Lage die US-Wirtschaft sei, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft war im Februar um 308 000 zum Vormonat gefallen. "Dies ist ein sehr, sehr hoher Wert", sagte Hellmeyer. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Anstieg der Beschäftigtenzahl gerechnet.

Belastet werde der Dollar jedoch auch durch die Haltung der USA im Irak-Konflikt, sagte Hellmeyer. Die Bewertung der Waffeninspekteure vor dem UN-Sicherheitsrat dürfte am Devisenmarkt jedoch keine Rolle mehr spielen. US-Präsident Georg W. Bush habe klar gemacht, dass die Vereinten Nationen bei Nichtbefolgung der amerikanischen Linie ignoriert würden und die USA unilateral handeln werde. Das unilaterale Vorgehen belaste den Dollar und gefährde das internationale Rechtssystem. Diese Entwicklung biete für die USA und den Dollar ein hohes Risikopotenzial, da die USA von massiven Kapitalimporten in Höhe von rund zwei Mrd. Dollar pro Arbeitstag abhängig sind.

Konjunkturexperte Gustav Horn vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bezeichnete den rasanten Steigflug des Euro als noch nicht dramatisch. Er warnte aber vor einer für den Devisenmarkt "nicht untypischen Hysterie", die den Euro noch weiter nach oben treibe. Vertreter der Wirtschaft verfolgten den Euro- Anstieg mit Sorge. Ein dauerhafter hoher Dollar schade der Exportwirtschaft.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6867 (0,6831) britische Pfund, 128,68 (128,73) japanische Yen und 1,4653 (1,4640) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 350,75 (354,70) notiert. Der Kilobarren kostete 10 395 (10 370) Euro.

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