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19.02.2002

13:45 Uhr

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Schwarz Pharma sieht hohes Umsatzpotenzial in Projekten

Der Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma schätzt das Umsatzpotenzial seines in der Entwicklung befindlichen Wirkstoff-Pflasters gegen die Parkinsonkrankheit auf 350 Mill. ? im Jahr.

rtr DÜSSELDORF. Weitere 200 Mill. ? Umsatz könnten mit dem Medikament bei der Indikation "Restless Leg Syndrome" (RLS) erzielt werden, sagte Vorstandschef Patrick Schwarz-Schütte am Dienstag in Düsseldorf. "Wenn das Produkt durchkommt, wird ein wesentlicher Beitrag zum Unternehmensergebnis erwartet", betonte der Firmenchef. Das Pflaster mit dem Namen "Rotigotine CDS" wird nicht vor 2005 auf den Markt kommen. Beim Einsatz gegen Parkinson werden die Ergebnisse der Phase-III-Untersuchungen im ersten Quartal 2004 erwartet. Bei RLS sollen Ergebnisse aus der Untersuchungsphase II im dritten Quartal 2002 vorliegen.

Beim zweiten wichtigen Projekt in der Pipeline, dem Wirkstoff "Fesoterodine" gegen Inkontinenz, liege das Umsatzpotenzial bei 450 Mill. ? im Jahr, sagte Schwarz-Schütte. Ergebnisse der Phase-IIb-Studien kündigte Schwarz Pharma für das erste Quartal 2003 an. Rund 300 Mill. ? Umsatz könnte der Wirkstoff "Harkoseride" bei der Epilepsie-Therapie bringen, der sich ebenfalls in der Phase II der Entwicklung befindet. Bei der Diagnose neuropathischer Schmerz könnte der Umsatz des Medikaments sogar bei 400 Mill. ? liegen, sagte Schwarz-Schütte. Ergebnisse von Studien der Phase II sollen im vierten Quartal 2002 vorliegen.

Das Umsatzpotenzial des Generikums "Omeprazole" wollte Schwarz-Schütte dagegen nicht näher beziffern. Von einem zweistelligen bis zu einem "hoch dreistelligen" Millionenbetrag sei alles drin, sagte Schwarz-Schütte. Der Vorstandschef zeigte sich überzeugt, den Patentstreit gegen AstraZeneca, den Anbieter des ursprünglichen Magenmedikaments "Prilosec", zu gewinnen. Das Wirkstoff-Patent für "Prilosec" war Anfang Oktober abgelaufen. Nach Ansicht von AstraZeneca verletzt ein Formulierungs-Patent von Schwarz Pharma ein eigenes Patent auf die Formulierung für die Herstellung, das noch bis 2007 läuft. Schwarz Pharma erwartet die Gerichtsentscheidung im Frühsommer. Anfang nächsten Jahres könne das Monheimer Unternehmen dann mit "Omeprazole" in den USA auf den Markt gehen. Nach der bedingten Zulassung lägen nun auch die weiteren Testergebnisse für die endgültige Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA vor.

AstraZeneca erzielte mit dem Medikament in den USA den Angaben zufolge einen Jahresumsatz von vier Mrd. Dollar. "Selbst bei einem Discount von 90 % wäre das immer noch ein riesiges Geschäft", sagte Schwarz-Schütte. Falls Schwarz Pharma der einzige Anbieter eines entsprechenden Nachahmerprodukts wäre, kalkuliere die Firma mit einem Abschlag von 25 % auf den ursprünglichen Preis, bei zwei Generikaanbietern mit einem Abschlag von 50 %. Mit den "Omeprazole"-Einnahmen will Schwarz Pharma die Neuentwicklungen finanzieren.

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