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30.01.2002

15:50 Uhr

Schwarzer Tag für Ferrari: Auch Barrichello verfährt sich

Michael Schumacher bei Testfahrt verunglückt

Weltmeister Michael Schumacher hat nach seinem ersten schweren Unfall in der neuen Formel-1-Saison die Schuld auf sich genommen. "Ich habe einen Fahrfehler gemacht, aber so etwas passiert bei einem Test", sagte der Kerpener nach seinem spektakulären "Abflug" mit 240 km/h am Mittwoch in Barcelona.

dpa BARCELONA. Wenig später kam auch sein Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) auf dem Circuit de Catalunya in einer Kurve von der Strecke ab und fuhr seinen Ferrari zu Schrott. Beide Rennfahrer kamen mit dem Schrecken davon. "Die Autos werden nach Italien zurücktransportiert, da die Schäden nur in Maranello behoben werden können", gab Ferrari bekannt und beendete kurzerhand die Probefahrten.

Titelverteidiger Schumacher hatte sich fünf Wochen vor dem ersten Grand Prix am 3. März im australischen Melbourne mit seinem Rennwagen mit hoher Geschwindigkeit zwischen Kurve elf und zwölf zwei Mal gedreht. Barrichello war in Kurve neun nur unwesentlich langsamer gewesen. Der 33-jährige Schumacher war mit dem Heck seines Wagens ungebremst in einen Reifenstapel geknallt. "Es ist mir überhaupt nichts passiert", gab er vor dem frühzeitigen Rückflug nach Hause Entwarnung.

Obwohl Schumacher einen Fahrfehler einräumte, kommt viel Arbeit auf die Ingenieure der Scuderia zu, da Barrichello schon am 19. Januar bei Testfahrten in Valencia ebenfalls mit hohem Tempo in einer Kurve die Gewalt über sein Auto verloren hatte und in die Leitplanke gekracht war. Diesmal flog der Brasilianer bei 200 km/h ab. Die Unfälle des Deutschen und des Brasilianers am "schwarzen" Mittwoch der Roten sollen sich geähnelt haben.

Bei Schumachers Dienstwagen waren nach dem Crash beide Räder abgerissen, Heckflügel und Getriebe wurden stark beschädigt. Schumacher, der im Weltmeister-Auto des Vorjahres unterwegs war, hatte noch bei den Probefahrten am Vortag keinerlei Probleme. Der 53- malige Grand-Prix-Sieger hatte bei idealen äußeren Bedingungen ein Mammutprogramm von 102 Runden abgespult und war auf der spanischen Grand-Prix-Strecke sogar der schnellste Formel-1-Pilot gewesen. Schumacher testete im Vorjahresmodell F2001 vor allem Reifen, Elektronik und neue Komponenten. Nach der Zwangspause plant der Weltmeister einen Tag nach der Präsentation des neuen Wagens (6. Februar) wieder Gas zu geben.

Der Familienvater hatte in der Vergangenheit mehrfach mit spektakulären Unfällen für Aufsehen gesorgt, von denen die meisten glimpflich verliefen. Sein folgenschwerster Unfall war jener am 11. Juli 1999 beim Grand Prix in Silverstone. Damals erlitt Schumacher einen Schien- und Wadenbeinbruch im rechten Bein und musste bis zum vorletzten Saisonrennen pausieren.

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