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26.01.2001

17:20 Uhr

Schwedischer Mobilfunkkonzern lagert Handyproduktion aus

Ericsson lässt Mobilfunk-Aktien purzeln

Der Ausstieg von Ericsson aus der Handybranche hinterlässt Spuren. Siemens, Nokia und Alcatel gehören zu den Tagesverlierern.

dpa-afx FRANKFURT. Die Nachricht vom Rückzug des schwedischen Mobilfunkkonzerns Ericsson aus der Mobilfunkproduktion hat am Freitag in ganz Europa auch die Aktien der Mobilfunk-Unternehmen purzeln lassen. In Frankfurt traf es Siemens mit einem Abschlag von 3,72 % auf 152,75 Euro, in Helsinki standen Nokia-Aktien (- 2,36 % auf 39,72 Euro) unter Druck. An der Seine fanden sich Alcatel (- 5,23 % auf 60,65 Euro) unter den Tagesverlierern. Nach Einschätzung von Experten dürften auch die Aktien von Weltmarktführer Motorola nach Eröffnung der Computerbörse Nasdaq in New York verlieren. Besonders hart wurde freilich Ericsson selbst bestraft: In Stockholm fiel die Aktie der Schweden bis zum frühen Nachmittag um 13,08 % auf umgerechnet 22,60 DM (103 Schwedische Kronen). Indessen büßte der Dax 0,99 % auf 6 661,11 Punkte ein.

Ein verstärkter Preiskampf mit den Hauptkonkurrenten Nokia aus Finnland und der amerikanischen Motorola hatte Ericsson im Handy-Geschäft Milliardenverluste beschert und die Auslagerung der Produktion nötig gemacht.

Experten zeigen Unverständnis

Bei den Experten stieß die Nachricht aus Skandinavien meist auf Unverständnis: "Die Auslagerung der Handy-Produktion bei Ericsson wird vom Markt nicht als die wahre Lösung gesehen", erklärte Theo Kitz, Analyst bei der Privatbank Merck Finck & Co. Die eigentlichen "Schwachpunkte" Design und Marketing würden die Schweden dagegen behalten. Das hätten die Investoren nicht erwartet. Deshalb verliere die Aktie im zweistelligen Bereich, sagte Kitz. Handys der Schweden seien "wenig ansehnlich und umständlich in der Bedienung". Dieses Problem werde mit einer Auslagerung der Produktion jedoch nicht gelöst.

Nach Ansicht von Andre Remke, Analyst bei der Vereins und Westbank, - dürften die Papiere der beiden Ericsson-Konkurrenten Siemens und Nokia jedoch nur kurzfristig unter Kursverlusten leiden. Der Münchener Konzern sei nicht nur im Handy-Geschäft aktiv und dürfte nicht zuletzt deshalb seine Rentabilität insgesamt in diesem Jahr steigern. Auch für Nokia gab sich der Experte gelassen: "An die Technologie der Finnen kommen die anderen Telekom-Unternehmen nicht heran." Die Schwäche von Alcatel begründeten Experten mit dem zum Wochenausklang müden Handel im Schatten des Eiffelturms.

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