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09.06.2000

19:01 Uhr

Tradition und Wachstum müssen keine Gegensätze sein, wenn technologische Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Die an der Schweizer Börse notierte Kudelski S.A. ist dafür ein Beispiel. Mühte sich das in Cheseaux-sur-Lausanne ansässige Unternehmen bis in die 90er-Jahre noch mit Tonband- und Videogeräten ab, so ist Kudelski heute in den Bereichen Zutrittskontrolle, Smart Cards und Kodierungsfunktionen für das digitale Fernsehen tätig. Mit einem Anteil von 38 Prozent haben sich die Schweizer in ihrer Branche zum Weltmarktführer entwickelt. Die Kudelski-Systeme ermöglichen es Netzwerkbetreibern, den Zugang zu bestimmten Inhalten und Mehrwertdiensten zu sichern und zu kontrollieren. Dadurch wird Pay-TV erst möglich. Credit Suisse First Boston (CSFB) erwartet, dass sich die Zahl der Nutzer des digitalen TV bis 2005 um jährlich über 40 Prozent erhöht. Ausgehend von dieser Marktentwicklung schätzt CSFB-Analyst Can Elbi das durchschnittliche Umsatzwachstum von Kudelski zwischen 1999 und 2003 auf 32,5 Prozent pro Jahr. Der Betriebsgewinn soll sogar um 55 Prozent p.a. zulegen. In einer Ende Mai 2000 publizierten Studie empfiehlt CSFB die Kudelski-Aktien mit Kursziel 28 000 sfr nachdrücklich zum Kauf. Zuletzt wurden knapp 20 000 sfr bezahlt.

Schlagzeilen wie Personalabbau und rote Zahlen gehören bei Kudelski zwar längst der Vergangenheit an. Umsatz- und Ertragsdynamik sind allerdings erst jüngeren Datums. 1999 stiegen die Umsätze um 91,2 Prozent auf 214,7 Mill. sfr. Der Gruppengewinn konnte auf 35,4 Mill. sfr mehr als verdoppelt werden. Für 2003 prognostiziert die CSFB einen Umsatz von 661 Mill. sfr und einen Gewinn von 185 Mill. sfr.

Noch steiler als Umsatz- und Ertragsentwicklung verlief der Kursanstieg der Kudelski-Aktien. Noch 1995 konnten die Titel für 80 sfr gekauft werden. In diesem Jahr fiel nicht nur die Schallmauer von 10 000, sondern auch gleich von 20 000 sfr. Der Rekordkurs betrug 24 500 sfr. Da konnten selbst viele Internet-Gesellschaften nicht mithalten. Für einen privaten Durchschnittsinvestor ist die absolute Höhe des Kurses abschreckend. Doch Abhilfe naht: Die Aktien sollen in den nächsten Wochen gesplittet werden.

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