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12.02.2004

09:18 Uhr

Schwierigkeiten mit dem Aufschlag

Wie ein Kampf gegen Mike Tyson

VonBenedikt Voigt (Handelsblatt)

Der lange Zeit verletzte Tommy Haas ist nach seiner Rückkehr auf den Tennisplatz froh, wieder dabei zu sein.

Thommy Haas war am Boden, doch er will sich wieder aufrappeln. Foto: dpa

Thommy Haas war am Boden, doch er will sich wieder aufrappeln. Foto: dpa

BERLIN. Als Patrik Kühnen am Morgen den Fernseher einschaltete, drückte er auf seiner Fernbedienung zuerst den Knopf für den Videotext. Auf Seite 215 stieß der deutsche Daviscup-Teamchef auf jene vier Zahlen, die ihn interessierten: 4:6, 2:6. Im Tennissport bedeuten diese Zahlen eine Niederlage, doch Patrik Kühnen fand das nicht tragisch. Als er die Zahlen gelesen hatte, lautete sein erster Gedanke: "Gut, dass er wieder zurück ist."

So dachten die meisten der 6 000 Zuschauer, die Thomas Haas in San Jose zum ersten Mal nach seiner 15 Monate dauernden Verletzungspause ein offizielles Tennismatch spielen sahen. Bei seiner Vorstellung erhoben sie sich von den Sitzen und spendeten lang anhaltenden Beifall. Dass der 25-Jährige das Match gegen den an Nummer sechs gesetzten US-Amerikaner Vincent Spadea in zwei Sätzen verlor, enttäuschte nur wenige. "Man kann nicht erwarten, dass er nach einer so langen Pause gleich sein erstes Spiel gewinnt", sagt Patrik Kühnen, "das dauert, bis man wieder Matchpraxis bekommt." Auch Thomas Haas selbst wirkte trotz der Niederlage nicht unzufrieden. "Es lief noch nicht alles rund, aber im Großen und Ganzen betrachte ich das Comeback als gelungen", sagte er dem "Sportinformationsdienst".

Momentan ist er in der Weltrangliste auf Grund seiner langen Pause aus der Wertung genommen. Für ihn gilt das "Protected Ranking", wonach er in den nächsten neun Monaten auf jenem Platz geführt wird, den er vor seiner Verletzung innehatte. Er war die Nummer elf. Zwei Operationen an der selben Schulter hatten Haas zu seiner langen Pause gezwungen.

Im Match gegen Spadea hatte er vor allem noch Schwierigkeiten mit dem Aufschlag. "Die Laufarbeit ließ auch zu wünschen übrig", meinte Haas nach dem Spiel selbstkritisch. Das Wichtigste aber sei es, Spielpraxis zu bekommen. "Er muss sich erst noch einspielen und an den Turnierrhythmus gewöhnen", sagt Kühnen. Zwar trainiert Haas bereits seit geraumer Zeit, doch der Unterschied zu einem offiziellen Spiel ist gravierend. "Man kann ruhig drei, vier Stunden ohne Probleme trainieren, aber wenn man dann ein Match bestreitet, spürt man jeden Muskel", erklärt Kühnen.

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