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30.01.2002

16:52 Uhr

Sein Machtbewusstsein ist groß

Ackermann gilt schon lange als starker Mann

Der ehrgeizige Josef Ackermann gilt schon lange als starker Mann an der Spitze der Deutschen Bank. Der knapp 54 Jahre alte (geboren 7. Februar 1948) Investmentbanker war bereits im September 2000 als Kronprinz von Konzernchef Rolf Breuer bestellt worden.

Josef Ackermann hat den Machtkampf bei der Deutschen Bank gewonnen. Foto: ap

Josef Ackermann hat den Machtkampf bei der Deutschen Bank gewonnen. Foto: ap

dpa FRANKFURT/MAIN. Anders als die meisten langgedienten Spitzenmanager war der Quereinsteiger erst 1996 nach seinem Abschied bei der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) zur Bank gestoßen. Überrascht hatte damals gleichwohl nur noch der frühe Zeitpunkt für die offizielle Entscheidung. Dass der Schweizer mit starkem Machtbewusstsein ganz an die Spitze des größten deutschen Bankhauses kommen würde, galt am Frankfurter Bankenplatz längst als ausgemacht. Schließlich gilt Ackermann auch als enger Vertrauter von Aufsichtsratschef und Breuer-Vorgänger Hilmar Kopper.

Mit Ackermann unterstreicht der Branchenführer noch mehr seine strategischen Prioritäten. Diese liegen spätestens seit der Übernahme des US Bankers Trust-Hauses Ende der 90er Jahre im Ausbau des lukrativen Geschäftes mit Übernahmen, Fusionen und Börsengängen sowie der Betreuung reicher Privatkunden. Den Kauf und die Integration von Bankers Trust hatte Ackermann maßgeblich eingefädelt und umgesetzt. Ackermanns Sparte Investmentbanking ist seitdem eine der stärksten Säulen des Frankfurter Geldhauses, das sich innerhalb weniger Jahre von einer national orientierten Bank zu einem der weltweit wichtigsten Kreditinstitute gemausert hat.

Das starke Gewicht des Schweizers in der Führungsspitze der Deutschen Bank wird nicht erst mit den aktuellen Querelen um angebliche Umzugspläne nach London und eine neue, auf ihn zugeschnittene Führungsstruktur deutlich. Schon bei der - am Konflikt beider Häuser über die Zukunft der Investmentbanksparte - geplatzten Fusion mit der Dresdner Bank im Frühjahr 2000 wurde Ackermanns Handschrift sichtbar.

Während Breuer dem kleineren Partner eine "Fusion unter Gleichen" angeboten hatte, soll Ackermann auf die bedeutend stärkere Position der Deutschen Bank in diesem Geschäftsfeld gepocht haben. Seine konsequente Haltung soll den Ausschlag für den Abbruch des Fusionsprozesses gegeben haben - auch wenn öffentlich Meinungsverschiedenheiten bestritten wurden.

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