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09.01.2004

11:35 Uhr

Seit drei Wochen schon steht die Debatte auf der klubinternen Problem-Agenda

Wenn die Spieler acht Runden ausgeben

VonAndre Görke

Die Fußballer von Hertha BSC wollen ihre Fans zu allen Auswärtsspielen einladen - und so dem drohenden Gehaltsverzicht entgehen.

BERLIN. Niko Kovac war gut informiert. Jeder wisse doch, sagte der Fußballprofi von Hertha BSC mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit, dass den Gästefans zehn Prozent der Eintrittskarten in einem Stadion zustehen. In Bremen, beim nächsten Auswärtsspiel, "da gehe ich mal von 4000 Hertha-Fans aus". Zwei Wochen später in Freiburg werden es weniger, "aber das ist nicht schlimm, dort passen in den Gästeblock ja nur 2500 Mann". Und jetzt lächelte Kovac, als wolle er sagen: Weiß doch jeder!

Herthas Fußballer jonglieren also mit Fakten wie sonst nur Marcelinho mit dem Ball. Sie haben eine Lösung gefunden, wie sie den Forderungen des Managers gerecht werden können. Dieser hatte Opfer von den Spielern gefordert, nachdem die Mannschaft in der Bundesliga auf den vorletzten Platz gerutscht und aus dem Uefa-Cup ausgeschieden war. Der Plan sieht so aus: Die Mannschaft will allen Hertha-Fans Busreise und Eintrittskarte für die verbleibenden acht Auswärtsspiele spendieren. Dieser Vorschlag kam aus Kreisen des Mannschaftsrates und wurde gestern den anderen Spielern vorgestellt. "Ist doch eine gute Idee, oder nicht?", sagte Kovac. "Die Fans haben am meisten unter dieser Hinrunde gelitten."

Dieter Hoeneß wollte den Vorschlag der Spieler nicht kommentieren, "ich wurde in Kenntnis gesetzt, aber wir haben noch nicht über die Details gesprochen", sagte Hoeneß. "Ich bin mir aber sicher, dass wir bis zum Beginn des Trainingslagers das Thema vom Tisch haben." Das wäre am kommenden Sonntag, dann fliegt Hertha nach Gran Canaria.

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