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17.03.2003

12:27 Uhr

Seitenabrufe zehnmal schneller als bisher

Software komprimiert Internetseiten

Die Vigos AG wird im Herbst eine Steckkarte für Webserver auf den Markt bringen, mit der Internetseiten um 90 % komprimiert und somit zehnmal schneller über die Internetleitungen transportiert werden können.

hsn DÜSSELDORF. Surfer, die noch über keinen schnellen DSL-Zugang zum Internet besitzen, müssen oft Geduld mitbringen. Bei aufwendig gestalteten Internetseiten dauert es quälend lange, bis diese auf dem Bildschirm des Nutzers dargestellt werden. Zu groß sind die Datenmengen, die über ISDN-Leitungen und Modem transportiert werden müssen. Das will nun das kleine Unternehmen aus Hagen gemeinsam mit Forschern der Uni Wuppertal ändern.

Die Idee für den Turbo fürs Internet hatte Constantin Rack. Der 23-jährige Vorstand der Vigoas AG hat bereits vor drei Jahren eine Kompressionssoftware für Webserver auf den Markt gebracht, mit der die Inhalte drastisch komprimiert werden. Die Software beschleunigt heute den Internetauftritt der Telekom und von Spiegel Online. Der Nachteil der Softwarelösung war jedoch: Sie überlässt das Komprimieren dem Prozessor des Webservers. Zu Spitzenzeiten frisst das Programm wertvolle Rechenzeit. Die Kunden wünschten sich daher eine Hardware, die in den Webserver integriert werden kann und die Arbeit selbst erledigt.

Diese Steckkarte, ein so genanntes PCI-Board, hat nun Anton Krummert, Professor für Elektrotechnik an der Uni Wuppertal mit seinem Team entwickelt und auf der Computermesse in Hannover vorgestellt. Die Kompression erfolgt nach dem GZIP-Standard. Da jeder aktuelle Internetbrowser diesen Standard unterstützt, wird die Seite auf dem Rechner des Users dekomprimiert, ohne dass eine spezielle Software installiert werden muss. Der Surfer merkt nur, dass die angeklickte Seite deutlich schneller verfügbar ist.

Auch für den Betreiber von Webseiten ergeben sich Vorteile: Da die Seite auf dem Server komprimiert wird, werden das Transfervolumen und die dafür anfallenden Gebühren deutlich reduziert, die an die Provider zu zahlen sind. Die Gebühren werden nach Datenmengen berechnet. Gleichzeitig wird die Kundenzufriedenheit erhöht.

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