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15.01.2001

10:28 Uhr

Seitwärts gerichteter Handel erwartet

Euro fällt nach deutschen Einzelhandelsumsatzzahlen

Schwächer als erwartet ausgefallene Einzelhandelsumsätze in Deutschland haben den Euro im frühen europäischen Handel deutlich an Boden verlieren lassen.

Reuters FRANKFURT. Schwächer als erwartet ausgefallene Einzelhandelsumsätze in Deutschland haben den Euro im frühen europäischen Handel am Freitag deutlich an Boden verlieren lassen. Nach Veröffentlichung der Zahlen sackte die Gemeinschaftswährung über einen halben Cent unter 0,9430 $ ab, erholte sich im weiteren Verlauf dann jedoch wieder etwas. Händler sagten, auch die stärker als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten vom Freitag belasteteten den Euro weiter. Wegen des Feiertages in den USA und dem Ausbleiben neuer Konjunkturdaten wird im weiteren Tagesverlauf mit einer seitwärts gerichteten Handel gerechnet. Gegen 10.00 Uhr MEZ notierte der Euro bei 0,9461/66 $ nach 0,9521/25 $ am Freitagabend in New York.

Wie das Statistische Bundesamt am Montagmorgen mitteilte, stiegen die deutschen Einzelhandelsumsätze im November real um 0,5 % und nominal um 2,2 % zum Vorjahr. Im Monatsvergleich fielen die Umsätze im November um nominal 1,0 % und real um 1,3 % zum Vormonat. Händler sagten, die schwachen Zahlen im Monatsvergleich hätten den Euro belastet. Analysten erklärten jedoch, die Zahlen seien schwankungsanfällig und daher weniger aussagekräftig.

Experten zufolge wird der Euro zudem weiterhin von den stärker als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten vom vergangenen Freitag belastet. Der Einzelhandelsumsatz in den USA war nach Angaben des US-Handelsministeriums vom Freitag im Dezember überrraschend um 0,1 % zum Vormonat gestiegen. Volkswirte hatten dagegen wie bereits im November einen deutlichen Rückgang der Umsätze erwartet. Auch die US-Erzeugerpreise hatten unerwartet stark angezogen. Händler zeigten sich vor diesem Hintergrund skeptisch, dass die US-Notenbank Federal Reserve den Erwartungen auf weitere deutliche Zinssenkungen Ende Januar entsprechen werde.

Angesichts dieser uneindeutigen Lage sehen die Analysten der HypoVereinsbank den Euro in den kommenden Tagen in einer weiten Spanne zwischen 0,9350 und 0,9620 $ seitwärts tendieren. Erst am Mittwoch könnten die Daten zur US-Industrieproduktion und den US-Verbraucherpreisen wieder etwas Bewegung in den Markt bringen und möglicherweise den Euro stützen. "Sollte die Industrieproduktion den genannten Erwartungen (von minus 0,5 %) entsprechen und der Teuerungsanstieg nur einen Tick höher ausfallen (als mit plus 0,2 % erwartet), wäre dies hinsichtlich der Fed-Zinsentscheidung am 31.1. sicher eine unangenehme Mischung und eindeutig negativ für den US-Dollar", schreiben die Analysten der HypoVereinsbank in einem Marktkommentar. Daher steige die Wahrscheinlichkeit für Kursgewinne zur Wochenmitte wieder.

Nicht profitieren konnte der Euro unterdessen von Äußerungen von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) und seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius. Eichel sagte am Montag bei einem Vortrag vor Finanz- und Börsenexperten zum Ende des ASEM-Treffens in Tokio, er sei überzeugt, dass der Euro gegenüber dem $ noch erheblich an Wert gewinnen werde. Der Finanzminister betonte, die Wirtschaftsaussichten in der Euro-Zone seien hervorragend und besser als in den USA. Fabius erklärte, er sehe den Euro schon in wenigen Wochen bei der Parität zum $.

Der Yen zeigte sich am Montag aufgrund der weiterhin eingetrübten konjunkturellen Aussichten in Japan, den schwachen Aktienmärkten und der Sorge um eine Bankenkrise weiter schwach. Gegen 10.00 Uhr MEZ notierte der Yen zum $ weiter nahe eines 1-1/2-Jahrestiefs bei 119,10/12 $ nach 118,41/49 $ am Freitagabend in New York. Zum Euro notierte die japanische Währung am Morgen mit 112,70 Yen, nachdem der Euro zuvor ein 15-Monatshoch über 113 Yen markiert hatte.

Im Tagesverlauf stehen keine wichtigen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und den USA an. Die US-Märkte bleiben wegen des Martin-Luther-King-Feiertages geschlossen.

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