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18.07.2000

13:55 Uhr

Reuters TOKIO. Nur wenige Tage nach der Pleite der japanischen Warenhauskette Sogo, hat am Dienstag die zu einem Einzelhandelskonzern gehörende Immobilienfirma Seiyo Corp Konkurs angemeldet. Seiyo, eine Tochter der Warenhauskette Seibu Department Store Ltd, beantragte bei einem Schuldenstand von insgesamt 517,5 Mrd. Yen (rund 10,35 Mrd. DM) Gläubigerschutz.

Der japanische Finanzmarkt reagierte darauf mit Dollarkäufen und steigenden Rentenkursen. Ein baldige Zinserhöhung sei damit weiter in die Ferne gerückt, sagten Marktteilnehmer. Ein Seibu-Sprecher teilte am Dienstag mit, in Absprache mit dem Mutterkonzern - der Saison-Gruppe - werde mit den Gläubigerbanken ein Abkommen zur Verteilung der finanziellen Lasten aushandeln.

Saison und sein Hauptgläubiger, die Dai-Ichi einigten sich nach Medienberichten darauf, dass Saison über zwei Jahre hinweg 80 bis 90 Mrd. Yen an die Gläubigerbanken zurück zahlen werde. Dies soll nach der Liquidierung der Seiyo Corp geschehen. Von den 30 zur Seiyo-Gruppe gehörenden Firmen würden 23 liquidiert. Die übrigen sieben Firmen würden an Unternehmen außerhalb der Saison-Gruppe verkauft, hieß es in den Medienberichten weiter.

Dai-Ichi Kangyo teilte am Dienstag mit, man rechne nicht damit, die Gesamtsumme der an Seiyo ausstehenden Kredite im Volumen von 71,7 Mrd. Yen wieder zu bekommen.

Im Fall der Sogo-Handelskette - Japans zweitgrößter Firmenpleite überhaupt - hatte sich der Schuldenstand des Unternehmens auf insgesamt 1,87 Billionen Yen belaufen. Auch hier hatten die Gläubigerbanken Milliardensummen abschreiben müssen. Die Nachricht von dem Sogo-Konkurs hatte den geldpolitischen Rat der japanischen Notenbank dazu bewogen, bei seiner Sitzung am (gestrigen) Montag die Leitzinsen auf ihrem nahezu Null-Niveau zu belassen.

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