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24.02.2002

12:47 Uhr

Selbst Jauch abgehängt

Olympia beschert ARD ZDF ein Quotenhoch

Olympia zur besten Sendezeit (Primetime) hat die Erwartungen von ARD und ZDF erfüllt und den Appetit auf mehr geweckt. "Wir sind mehr als zufrieden. Es lief teilweise sensationell", kommentierte ARD/ZDF-Teamchef Werner Rabe das Quotenhoch von Salt Lake City.

dpa HANNOVER/SALT LAKE CITY. Dank des Goldrauschs in Utah übertrafen die öffentlich-rechtlichen Sender in den vergangenen 17 Tagen mit Skispringen, Biathlon und Eisschnelllauf mehrfach die Zehn- Millionen-Zuschauer-Marke. Die TV-Sender möchten deshalb attraktive Disziplinen auch 2006 in Turin auf den Abend verlegt haben.

Zuletzt verfolgten am Samstagabend 10,08 Mill. Fans den zweiten Sieg der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein im ZDF. Selbst Rate-Fuchs Günther Jauch hatte zuvor "nur" 9,06 Mill. Zuschauer bei "Wer wird Millionär?". Während der RTL-Quizsendung lag der Marktanteil für Olympia aber teilweise unter 10 %. Anschließend kletterte er auf mehr als 40 %. Für die Goldfahrt des Bob- Piloten Andre Lange blieben mehr als eine Million Menschen bis weit nach Mitternacht auf.

Vor allem das so genannte selektive Sehen bescherte ARD/ZDF Top- Quoten. Die Zuschauer pickten sich zwischen 18 und 24 Uhr die Rosinen aus dem im Vergleich zu Sommerspielen übersichtlichen Programm. Einsame Spitze waren die Skispringer. Bis zu 13,73 Mill. Fans sahen das Finale auf der 120 m-Schanze. Das war Salt Lake City- Rekord. Den besten Durchschnittswert erzielte das Mannschafts- Skispringen (11,87 Millionen) - fast drei Mal so viel wie Nagano- Rekordler Georg Hackl (4,34 Millionen) vor vier Jahren zur ungünstigen Sendezeit.

Die erfolgreichen Primetime-Übertragungen dank der acht Stunden Zeitdifferenz haben die Europäische Rundfunk Union (EBU), der auch ARD und ZDF angehören, zu einem Vorstoß beim IOC veranlasst. Attraktive Wettbewerbe sollen auch 2006 in den Abendstunden entschieden werden. Erste Gespräche fanden bereits statt. "Wir müssen überprüfen, ob das möglich ist. Oberstes Kriterium ist, dass die Athleten keine Beeinträchtigungen hinnehmen müssen", sagte der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Zu prüfen sei, ob Flutlichtveranstaltungen möglich sind.

Bach verwies auf unterschiedliche Interessen der europäischen TV- Sender und der Anstalten aus anderen Kontinenten. Dem amerikanischen Rechteinhaber NBC dürfte es allerdings egal sein, wann die Wettbewerb in Turin beginnen. Wegen der ungünstigen Zeitverschiebung wird NBC die Spiele 2006 wahrscheinlich als Konserve anbieten. Die EBU zahlte für Salt Lake City 120 Mill. Dollar TV-Rechte. In Turin sind 135 Mill. Dollar fällig. Die Salt Lake City-Gesamtkosten für ARD/ZDF von rund 45 Mill. ? dürften dann deutlich über 50 Mill. ? liegen.

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