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13.02.2002

15:12 Uhr

Seminar sucht Ursachen für Mobbing

Frauen mobben anders

Mobbing von Frauen gegen Arbeitskollegen oder Untergebene trägt nach Einschätzung der Berliner Kommunikationsberaterin Sylvia Gennermann ein eigenes Gesicht. "Frauen sind eher auf indirekte Weise aggressiv, dabei aber genauso rücksichtslos wie Männer", sagte Gennermann.

Quelle: Handelsblatt

dpa ERFURT. Seit Dienstag beschäftigt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung in einem Seminar in Erfurt mit Ursachen und Formen der gezielten Schikanierung am Arbeitsplatz und erörtert Gegenstrategien.

Bevorzugte weibliche Mobbing-Methoden seien das Streuen verletzender Gerüchte und Andeutungen hinter dem Rücken des Betroffenen, meint Gennermann. Oftmals würden Mobbing-Opfer vom firmeninternen Informationsfluss abgeschnitten. Dagegen bedienten sich mobbende Männer eher der offenen Drohung oder bürdeten den Opfern Strafarbeiten auf. Auch körperliche Übergriffe seien eher typisch für Männer. Frauen und Männer versuchen gleichermaßen, sich beim Mobben mit willfährigen Arbeitskollegen zu verbünden.

Auch als Opfer reagieren Frauen anders als Männer: "Frauen zermartern sich den Kopf über die eigene vermeintliche Schuld an ihrer Situation, Männer sind da pragmatischer und suchen die Schuld eher bei anderen", hat die Expertin von Betroffenen erfahren. Wenn Frauen professionelle Hilfe suchten, seien sie in erster Linie auf das stärkende Gespräch, die psychologische Beratung bedacht. "Männer dagegen fragen viel schneller nach einem Anwalt, sind auf eine rasche Lösung ihres Problems orientiert."

Ein reines Geschlechterproblem ist Mobbing nach Ansicht der Expertin ohnehin nicht. "Es ist immer die Arbeitsatmosphäre, die Mobbing gedeihen lässt." Für diese trügen letztlich die Firmenchefs die Verantwortung.

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