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25.02.2004

18:28 Uhr

Senatswahl in Hamburg

Bundeskanzler kritisiert Beust wegen der Absage des TV-Duells

Wegen seiner Absage des letzten Fernsehduells vor der Wahl hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) "partielle Feigheit, Angst und Schwäche" vorgeworfen. "Mit Angst und Schwäche kann man nicht politisch agieren", sagte Schröder am Mittwoch im NDR-Info.

HB HAMBURG/BERLIN. Von Beust hatte den Auftritt mit SPD-Herausforderer Thomas Mirow abgesagt, nachdem ihn die Jusos in einem Flugblatt als "wohl faulsten Bürgermeister Hamburgs" bezeichnet hatten. Am Sonntag ist in Hamburg Bürgerschaftswahl.

Beust wies in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur Behauptungen zurück, er habe das Fernsehduell aus taktischen Gründen abgesagt: "Ich habe das entschieden, ohne an die Wirkung des Schrittes zu denken", sagte er.

Schröder sagte zur Frage möglicher Koalitionen in Hamburg, darüber entscheide Mirow. Mit einem schwarz-grünen Bündnis rechnet der Kanzler in "allzu kurzer Zeit" nicht in einem Bundesland. Nach Bundesaußenminister Joschka Fischer und GAL-Spitzenkandidatin Christa Goetsch hatten auch Grünen-Chef Reinhard Bütikofer und Bundestagsfraktionschefin Krista Sager einer solchen Koalition eine Absage erteilt.

Beust will der GAL dennoch Gespräche anbieten, sollte es weder für die CDU noch für Schwarz-Gelb oder Rot-Grün reichen. "Ich renne den Grünen nicht hinterher", sagte Beust.

Prominente Künstler erhoben in einer ganzseitigen Anzeige schwere Vorwürfe gegen von Beust. "Das nationale und internationale Ansehen unserer Stadt hat wesentlich gelitten. Die Verantwortung hierfür trägt Herr von Beust", heißt es in der Anzeige, die am Mittwoch in drei Hamburger Zeitungen erschien. Zu den Unterzeichnern gehören Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, der Filmemacher Hark Bohm, der Maler Bruno Bruni, der Schauspieler Hardy Krüger und der Grafiker Klaus Staeck.

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