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25.07.2000

16:41 Uhr

Reuters NEU-DELHI. Die indische Regierung ist nach offiziellen Angaben grundsätzlich bereit, mit den Kaschmir- Rebellen in einen Dialog zur Beendigung des Konflikts um die Gebirgsregion einzutreten. Der indische Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee begrüßte am Dienstag die Erklärung der pro-pakistanischen Separatisten-Organisation Hizbul Mujahideen, die zur Ermöglichung von Friedensgesprächen am Montag eine zunächst auf drei Monate befristete Waffenruhe angeboten hatte. Vajpayee habe aber deutlich gemacht, dass solche Gespräche auf der Grundlage der indischen Verfassung zu führen seien, erklärte ein Sprecher des Regierungschefs in Neu-Delhi. Dies bedeutet, dass die Zugehörigkeit von Jammu und Kaschmir zu Indien nicht von den Separatisten in Frage gestellt werden kann.

"Ich denke, man kann das Geräusch schmelzenden Eises hören", erklärte ein Vertreter des indischen Innenministeriums zu dem Gesprächsangebot. Die Hizbul Mujahideen gehört nach Einschätzung von Polizei und Armee zu den schlagkräftigsten Untergrundgruppen in Jammu und Kaschmir, dem einzigen indischen Bundesland mit einer Moslem-Mehrheit. Die Himalaya-Region Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans von Großbritannien vor 50 Jahren geteilt. Indien und Pakistan haben bereits zweimal Krieg um Kaschmir geführt.

Seit Beginn des Untergrund-Kampfes gegen Indien und für den Anschluss an Pakistan sind in Kaschmir in den vergangenen zehn Jahren mindestens schon 30 000 Menschen getötet worden. In der Region sind außer der Hizbul Mujahideen noch weitere Guerilla- Organisationen aktiv. Deren Dachorganisation, der Muttahida Jihad-Rat, verurteilte das Gesprächsangebot scharf. Ein anderes Mitglied des Rates, die Harkatul Mujahideen, kündigten eine Fortsetzung der Attacken gegen die indischen Streitkräfte an, denn frühere Gespräche hätten den Menschen in Kaschmir auch nicht die Freiheit gebracht.

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