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02.06.2000

16:30 Uhr

kjo FRANKFURT/M. Synthetische oder künstliche Positionen in Futures können durch die Kombination von Optionen hergestellt werden. In der einfachsten Variante werden Calls und Puts mit identischen Basispreisen gewählt. Durch die Verwendung unterschiedlicher Ausübungskurse läßt jedoch eine synthetische Position kreieren, die innerhalb eines bestimmten Kursintervalls einen neutralen Wertverlauf aufweist, d.h. gegenüber Kursveränderungen des Basiswertes (Underlying) unempfindlich ist.

Ein Beispiel: Ein Investor erwirbt einen Call auf einen bestimmten Basiswert (aktueller Kurs am Kassamarkt: 105 Euro) mit einem Ausübungskurs von 110 (Optionspreis: 8 Euro). Zugleich verkauft er einen Put mit einem Basispreis von 100 (Prämie: 6) Euro. Insgesamt betrachtet hält der Anleger damit eine synthetische Position auf den Basiswert, die innerhalb des Kursintervalls der Basispreise - also von 100 bis 110 Euro - unempfindlich auf Kursveränderungen des Basiswertes reagiert. Diese Position wird aufgrund der abweichenden Basispreise der Calls und Puts als Long Split Strike Future bezeichnet. Entsprechend der Kaufposition in einem Future ist auch diese synthetische Position mit einem unbegrenzten Gewinn- und Verlustpotential verbunden. Fällt der Kurs des Basiswertes bis zum Verfallstag der Optionskontrakte von 105 auf beispielsweise 70 Euro, ist der Call wertlos. Der Anleger verliert den Kaufpreis des Call (8 Euro). Der Put ist jedoch deutlich im Wert gestiegen: Per Verfall notiert er mit seinem inneren Wert in Höhe von 30 Euro. Zu diesem Preis muß der Anleger den Put zurückkaufen.

Abzüglich der anfangs eingestrichenen Optionsprämie in Höhe von 6 Euro resultiert aus der Put-Position ein Verlust von 24 Euro. Insgesamt beziffert das Minus 32 Euro (8+24). Klettert der Basiswert von 105 auf 140 Euro, landet die gesamte Position in der Gewinnzone. Der Call wird per Verfall mit seinem inneren Wert in Höhe von 30 Euro bezahlt. Abzüglich der gezahlten Optionsprämie von 8 Euro realisiert der Anleger mit dem Call einen Gewinn von 22 Euro. Der Put wird in diesem Fall wertlos glattgestellt, so daß aus der vereinnahmten Prämie von 6 Euro ein zusätzlicher Profit resultiert. Der Gesamtgewinn beträgt 28 Euro (22+6). Sofern der Basiswert am Verfallstag der Optionen mit 102 Euro am Kassamarkt notiert, verliert der Anleger auf der Call-Seite die Kosten für den Kauf des Kontraktes in Höhe von 8 Euro. Der Put verfällt wertlos, so daß die vereinnahmte Prämie (6 Euro) den Gesamtverlust auf 2 Euro minimiert. Der Verlust von 2 Euro ist im Bereich der Basispreise der Optionen von 100 bis 110 Euro konstant.

Je nachdem, welche Basispreise für die Calls und Puts gewählt werden, resultieren unterschiedliche Zeitwerteffekte. Das bedeutet: Die Preise der Optionen reagieren unterschiedlich stark auf die abnehmende Restlaufzeit. Neutral verhält sich die gesamte Position gegenüber Volatilitätsveränderungen, da sowohl gekaufte als auch verkaufte Optionen Bestandteil der Strategie sind. Die Volatilitätseffekte in den einzelnen Positionen heben sich demzufolge auf.





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